Erste Eindrücke aus China

Nach China zu gehen, war mein langer Wunsch. Von dieser uralten Gesellschaft zu lernen, die massive Chinesische Mauer zu besichtigen und generell Kontakt zu den Einheimischen und zu diesem mysteriösen Land aufnehmen. In diesem Artikel möchte ich die Erfahrungen teilen, die ich in der Hauptstadt, dieses mysteriösen Landes erlebt habe.

Die chinesische Mauer

Ich komme mit dem Zug von Russland nach China, ein wirklich fantastisches Abenteuer! Nachdem ich die Mongolei für ein paar Tage besucht habe, nehme ich die Transsibirische Eisenbahn von Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei, die mich bis nach Peking, China bringt. Nach ein paar Stunden Fahrt regnet es heftig, und es wird angekündigt, dass der gesamte Zug geräumt werden muss. Der Grund ist, dass ein Zug vor uns entgleist ist und somit die Eisenbahn blockiert hat. Glücklicherweise gibt es keine Toten, jedoch müssen viele Passagiere in das nächstgelegene Krankenhaus transportiert werden. Wir werden zunächst auf einen Bus evakuiert und danach auf einen nagelneuen mongolischen Zug, der uns bis an die Grenze zu China bringt, und dann weiter nach Peking Ich muss sagen, dass für eine Notfallsitutation, alles sehr gut organisiert war. An der Mongolischen-Chinesischen Grenze angekommen, geht alles reibungslos, wir warten für einige Zeit und boarden dann den Zug wieder.

Nach 24 Stunden erreiche ich endlich Peking. In mir entstehen gemischte Gefühle, und ich fühle mich zunächst etwas seltsam und hilflos, da niemand wirklich Englisch spricht und alles in einer Sprache geschrieben ist, die ich nicht verstehe. Auch die Luftverschmutzung ist so hoch, dass es scheint, als sei es bereits Nacht, obwohl es erst 16 Uhr ist. Die Suche nach einem Geldautomaten, der für mich funktioniert, dauert sehr lange. Sobald ich den richtigen Automat gefunden habe, schaue ich nicht richtig aufgrund der Müdigkeit und blockiere somit meine Karte (in China sind die Nummern auf dem Geldautomaten anders angereiht!) aber zum Glück habe ich noch eine zweite Karte. Die nächste große Herausforderung ist der Versuch, ein Taxi zu bekommen, das mich in mein Hotel bringt. Es scheint, als würde mich kein Fahrer mitnehmen wollen. Nach einiger Zeit und einer sehr langen “Händezeichen-Diskussion” nahm mich schließlich jemand mit. Das Hotel liegt im Zentrum, eigentlich eine schöne Gegend in der viele Ausländer leben, jedoch ist der Preis, für das was das Hotel bietet, etwas hoch.

Die ersten Tage sind sehr schwer für mich; sich an die Menschen, ihr Verhalten und den Umgang mit Dingen zu gewöhnen, sowie nicht kommunizieren zu können, ist eine Herausforderung. Zum Beispiel, jedes Mal, wenn ich Obst und Gemüse kaufe, schreit die Dame im Laden mich an und da ich offensichtlich nichts verstehe, zögere ich den nächsten Tag wieder hinzugehen. Nach einiger Zeit jedoch finde ich heraus, dass sie nicht wirklich schreit, aber dass schnell, laut und mit hoher Stimme zu sprechen in China einfach normal ist. Am Ende haben wir uns sogar angefreundet und führten großartige Gespräche in unseren beiden Sprachen, wir verstanden zwar nicht viel aber hatten einen Spaß.

Gemüsemarkt

Raummiete

Nach einigen Tagen muss ich das Hotel verlassen und suche ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Es ist wirklich schwierig, im Zentrum etwas Passendes zu finden, für weniger als sechs Monate und die meisten Zimmer kosten 700-800 Euro aufwärts. Ich bleibe erstmals für zwei Wochen in einem Zimmer in der 19. Etage, ohne Fenster und daher ohne Gefühl für Tag und Nacht. Es ist schwierig; keine Luft, warm und dann kommt noch meine nicht so freundlichen Beziehung zu Aufzügen hinzu. Nach einigen Tagen finde ich jedoch endlich etwas Passendes und frage natürlich den Agenten, ob ich meine Mitbewohner/in treffen kann; plötzlich wird die Agentin wütend und lehnt ab das Zimmer an mich zu mieten (anscheinend ist es nicht üblich die Mitbewohner vorher kennenzulernen, da verschiedene Agenturen sich um verschiedene Zimmer in der Wohnung kümmern). Nach einer langen Diskussion stimmt sie wieder zu, die Dinge laufen gut und ich ziehe in das neue Zimmer.

Herumkommen

In China habe ich immer ein Problem mit Google Maps, Facebook, WhatsApp usw. da diese Seiten NUR funktionieren, wenn man vorher einen VPN installiert hat (Virtual Private Network; ich empfehle Express VPN, ca. 12 Euro im Monat). Die Verwendung von Google Maps ist jedoch keine gute Idee; ich persönlich hatte viele Probleme damit da die Mappen nicht so genau sind. Ich empfehle eine andere Mappe wie , z. B. Baidu zu installieren. Es ist wichtig, dass man den VPN installiert, BEVOR man nach China kommt, sonst ist es nicht mehr möglich. Es kann auch gelegentlich vorkommen, dass der VPN für einige Tage nicht mehr funktioniert und dann muss man einfach abwarten! Es ist besser noch einen anderen Browser, als nur Google, auf dem Handy bzw. Computer zu haben, damit man etwas nachgucken kann, auch wenn der VPN nicht funktioniert.

Kommunikation & Essen

Ein Vorteil dieses neue Zeitalters und der Technologie die wir heutzutage haben, ist es, dass solange man ein elektronisches Gerät dabei hat man mit einer einfachen Übersetzungs-App wie z.B. Google-Translate, sobald man die richtige Sprache heruntergeladen hat, mit buchstäblich jedem sprechen kann, solange man natürlich genug Batterie auf dem Handy hat. Es ist wirklich eine großartiges Hilfe; ich verwende es täglich und es hat schon vieles einfacher gemacht! In Bezug auf das Essen ist es am Schwierigsten, etwas OHNE FLEISCH zu finden, denn es gibt buchstäblich Fleisch in jedem Gericht, auch wenn es nur wenige Stücke sind. Einmal gab mir mein Mitbewohner ein „süßes“ Gebäck, und nachdem ich einen Bissen gemacht habe fühlte ich mich als wäre Fleisch drinnen. Daraufhin fragte ich die Person neben mir und sie bestätigt, dass es Schweinefleisch ist. Sogar die scharfe Sose, die öfters in den Restaurants auf dem Tisch steht und man zu den Mahlzeit verwendet, enthält manchmal Fleisch. Wenn man Vegetarier oder Vegan ist muss man sich also unbedingt darauf vorbereitet auf die eine oder andere Weise Fleisch zu essen, wenn man in einem Restaurant speist.

Einkaufen

In Europa verkaufen die chinesischen Geschäfte immer billige Produkte, jedoch in Peking ist es wahnsinnig teuer wenn man etwas in einem Geschäft kaufen möchten; es ist buchstäblich billiger etwas in den chinesischen Geschäften in Europa zu kaufen als in Peking. Die Chinesen gehen nicht wirklich in die Geschäfte, um etwas zu kaufen, vielleicht aus Zeitmangel oder aufgrund der erhöhten Preises; jedoch ziehen sie es vor, Dinge online zu kaufen, beispielsweise auf TAOBAO. Es ist eine großartige Website, da man wirklich alles finden kann, sie liefern in wenigen Tagen direkt vor die Haustür und die Preise sind viel billiger. Ich habe mir ein chinesisches Kleid in Hongkong gekauft und eine chinesische Teetasse in Sikkim, im Nordosten Indiens, zu einem besseren Preis, als ich je in Peking finden könnte. Selbst die beliebten Märkte in Peking, wie der Perlen- und Seidenmarkt, sind sehr überteuert, es ist schwierig zu handeln. Ich persönlich finde es viel einfacher und billiger, Dinge wie Elektronik, Sonnenbrillen usw. in Indien zu kaufen. In Peking gibt es einige versteckte „Schwarzmärkte“ oder auch sogenannte „Knock Knock“ -Märkte, die etwas schwierig zu finden sind und auf denen bestimmte Markenprodukte zu einem guten Preis angeboten werden, jedoch habe ich davon nur gehört und keine persönliche Erfahrung. Es stellt sich jedoch die Frage: “Will man wirklich z. B. eine gefälschte Markenjacke von Monclair kaufen nachdem man die Realität der schockierenden chinesischen Pelzindustrie kennt? “

Tiere In China, und warscheinlich in vielen anderen anderen Orten der Welt wurden viele Tiere gefangen, um ausgebeutet zu werden, hauptsächlich wegen ihres Pelzes, aber auch, um Medikamente der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) herzustellen. In der TCM werden Knochen vieler verschiedener Tiere verwendet, aber auch die Galle der Tiere, der Penis, das Horn etc. ; die Liste ist lang. Anscheinend sind aufgrund von TCM in den letzten 40 Jahren mehr als 90% der Nashörner gestorben. Während meiner Zeit in Peking habe ich nie jemanden gesehen, der Hundefleisch verkauft; es ist jedoch bekannt dass die Leute Hundefleisch essen, nicht nur in China, sondern in verschiedenen Teilen der Welt, wie zum Beispiel im Nordosten Indiens sowie im Norden Vietnams ; hauptsächlich in Regionen wo es kalt ist da es ein Fleisch ist dass dem Körper viel Wärme gibt. Im Allgemeinen bin ich ziemlich überrascht zu sehen, dass viele Männer und Frauen in Peking sehr tierliebend sind. Viele Menschen haben Hunde, Katzen und sogar Vögel und gehen mit ihnen auf der Straße spazieren. Ich habe jedoch niemanden mit einem Nicht-Rassenhund gesehen; jeder hat einen schönen Hund wie z.B. Husky, Sibirischer Malamute etc.; je größer desto besser – auch wenn sie in winzigen Wohnungen leben. Das selbe ist mir in Mumbai, Indien aufgefallen; kann es sein dass Hunde als „Fashion Statement“ benützt werden? In Peking gibt es auch viele Hundefrisöre und Geschäfte wo man Mäntel, Pullover, Schuhe usw. kaufen kann. Es war ziemlich beeindrucken zu sehen wie die kleinen Hunde mit Ihren Schuhen hin und her spazieren. Eine weitere interessante Tatsache ist, dass viele Häuser eine Schildkröte haben. Ich habe dann erfahren dass Schildkröten an der Hintertür eines Hauses oder im Hinterhof, an einem Teich, Glück und Segen anziehen sollen. Die Kontroverse ist jedoch dass die Chinesen gerne Weichschildkröten essen.

Fortsetzung folgt…

Alle Bilder: CC BY SA 4.0, Isabel Scharrer, außer:

** CC BY SA 4.0, Doreen Ullrich

Credits

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China Landschaft
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China Header Isabel Scharrer CC BY SA 4.0
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