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Die Macht der Absicht

Ich möchte mit euch einen Ausschnitt aus einem sehr interessanten Interview mit Cleve Backster teilen, das 1997 im Sun Magazine durch Derrick Jensen veröffentlicht wurde. Backster war ein Spezialist für Polygrafen (bei uns als „Lügendetektoren“ bekannt), der für die CIA gearbeitet hatte und später die „Backster School of Lie Detection“ gründete, wo er Polizisten und sogar FBI-Agenten ausbildete. Am 2. Februar 1966 wurde sein Leben plötzlich völlig auf den Kopf gestellt. Hier ein Ausschnitt aus dem Artikel:

Backster:

Die ursprüngliche Beobachtung umfasste einen Drachenbaum, der in meinem Labor in Manhattan stand. Ich war eigentlich nicht besonders an Pflanzen interessiert, aber beim Floristen im Erdgeschoss des Gebäudes hatte es einen Räumungsverkauf gegeben, und so hatte die Sekretärin ein paar Pflanzen für das Büro gekauft: einen Gummibaum und diesen Drachenbaum.

Ich hatte die Pflanzen mit Wasser gesättigt, indem ich sie unter den Wasserhahn stellte, bis das Wasser unten aus den Töpfen herauslief, und war neugierig zu sehen, wie lange es dauern würde, bis die Feuchtigkeit ganz oben ankommen würde. Vor allem der Drachenbaum interessierte mich, weil bei dieser Pflanze das Wasser einen langen Stamm hinaufsteigen musste und dann noch ganz ans Ende der langen Blätter. Ich dachte, wenn ich den galvanischen Hautdetektor des Polygrafen an das Ende eines Blattes anschließen würde, müsste er einen Widerstand auf dem Papier aufgezeichnen, sobald die Feuchtigkeit zwischen den Elektroden ankommt.

Das zumindest ist meine Titelgeschichte. Ich weiß nicht, ob da nicht noch ein anderer, tieferer Grund für mein Handeln war. Es könnte sein, dass mein Unterbewusstsein mich dazu veranlasste – ich weiß es nicht.

Jedenfalls bemerkte ich auf dem Aufzeichnungsdiagramm etwas, das einer menschlichen Reaktion auf dem Polygrafen entsprach; das war überhaupt nicht das, was ich von Wasser, das in ein Blatt drang, erwartet hatte.

Polygrafen basieren auf dem Prinzip, dass Menschen, die eine Bedrohung ihres Wohlbefindens bemerken, darauf physiologisch auf berechenbare Weise reagieren.

Wenn Sie zum Beispiel einen Lügendetektortest im Rahmen einer Morduntersuchung durchführen, könnten Sie den Verdächtigen fragen: „Haben Sie den tödlichen Schuss abgefeuert?“ Wenn die wahre Antwort Ja wäre, würde der Verdächtige fürchten, bei einer Lüge erwischt zu werden, und die Elektroden auf seiner Haut würden eine physiologische Antwort auf diese Furcht registrieren. So begann ich darüber nachzudenken, wie man das Wohlergehen einer Pflanze bedrohen könnte. Zuerst probierte ich aus, was passiert, wenn man eines ihrer Blätter in eine Tasse heißen Kaffee taucht. Die Pflanze zeigte, wenn überhaupt irgendetwas, Langeweile – die Linie auf dem Diagramm war weiter absinkend.

Dann, 13 Minuten und 55 Sekunden nach Beginn der Aufzeichnung, kam mir die Idee, dass ich das Blatt verbrennen könnte. Ich sprach diese Idee nicht aus; ich berührte die Pflanze nicht und auch nicht meine Ausrüstung. Doch die Pflanze drehte durch: Die Aufzeichnungsschreiber sprang über den Rand des Diagramms. Das Einzige, worauf die Pflanze reagiert haben kann, war die Änderung meiner Gedanken.

Dann nahm ich ein paar Streichhölzer vom Schreibtisch meiner Sekretärin, zündete eins davon an und führte es ein paar Mal an dem Blatt vorbei. Doch wurde mir klar, dass ich bereits eine so extreme Reaktion gesehen hatte, dass ein weiterer Anstieg nicht registrierbar sein würde. Also versuchte ich etwas anderes: Ich entfernte die Bedrohung, indem ich die Streichhölzer auf den Schreibtisch der Sekretärin zurücklegte. Die Pflanze beruhigte sich im selben Moment.

Ich verstand sofort, dass etwas Entscheidendes vor sich ging. Ich konnte mir keine konventionelle wissenschaftliche Erklärung dafür vorstellen. Da war sonst niemand im Labor, und ich hatte überhaupt nichts gemacht, das einen mechanischen Auslöser abgegeben haben könnte. Von diesem Moment an war mein Bewusstsein nicht mehr das selbe. Mein ganzes Leben widmete ich von nun an der Beobachtung dieses Phänomens.

Wie hat die wissenschaftliche Gemeinschaft Ihre Arbeit aufgenommen?

Backster:

Mit Ausnahme einiger weniger Wissenschaftler wie Sheldrake war die Antwort zunächst Spott, dann Feindseligkeit, und jetzt überwiegend Schweigen. […] Während die Wissenschaftler meine Arbeit lächerlich machten, widmete die populäre Presse ihr sehr große Aufmerksamkeit, in Dutzenden Artikeln und Büchern, so wie etwa „Das geheime Leben der Pflanzen“ von Peter Tompkins. Ich habe nie um irgendeine Art dieser Aufmerksamkeit gebeten, und ich habe niemals davon profitiert. Es war immer so, dass die Menschen zu mir gekommen sind, weil sie nach Informationen suchten.

Was sind die Hauptkritikpunkte?

Backster:

Das große Problem – und es ist ein großes Problem, das die Bewusstseinsforschung im Allgemeinen betrifft – ist die Wiederholbarkeit. Die Ereignisse, die ich beobachtete, waren alle spontan. Sie müssen spontan sein. Wenn man sie im Voraus plant, hat man sie bereits verändert. Es geht um Folgendes:

Wiederholbarkeit und Spontaneität gehen nicht zusammen, und solange die Mitglieder der wissenschaftlichen Gemeinschaft die Wiederholbarkeit in der wissenschaftlichen Methodik überbetonen, werden sie in der Bewusstseinsforschung nicht sehr weit kommen. Nicht nur die Spontaneität ist wichtig, sondern auch die Absicht. Man kann nichts vortäuschen. Wenn Sie sagen, Sie werden das Blatt einer Pflanze verbrennen, es aber nicht so meinen, dann wird nichts passieren.

Soweit der Ausschnitt des Interviews mit Backster. Ich fand diesen Artikel sehr inspirierend! Es kümmert mich nicht wirklich, was die akademische Wissenschaft über Backster denkt oder sagt. In Anbetracht meines persönlichen Wissens haben seine Untersuchungen einen großen Einfluss, sowohl wissenschaftlich als auch spirituell. Dieser Artikel führt uns zu so vielen verschiedenen Punkten: Bewusstsein, die Bedeutung einer nicht-lokalen Verbindung, und vor allem: Absicht. Das ist die Hauptsache, über die ich hier schreiben möchte. Backster betont: Wenn er sich der Pflanze nähert mit nichts als der Absicht, sie zu verbrennen – er sagt: „Ich habe meine Idee nicht ausgesprochen“ -, dann reagiert die Pflanze. Wenn er jedoch nicht die Absicht hat und nur die Aktion vortäuscht, dann reagiert die Pflanze nicht.

Die Absicht ist die treibende Kraft der Entscheidungen. Sie hat eine intensive Macht, wenn sie durch das Herz ausgedrückt wird.

Die Absicht wirkt, wenn du dir dessen bewusst bist, was du willst, und wenn du in dir selbst präsent bist in dem Moment, in dem du deinen Wunsch ausdrückst. Das kann auch ein Lebensprojekt sein, das du erreichen willst: ein neuer Job, eine gesündere Lebensweise, ein neues Auto oder etwas anderes. Was macht es so schwierig für deine Absicht, sich selbst zu verwirklichen?

Plötzlich erreichen dich viele Dinge in deinem Leben, Dinge, die dich von deinem Ziel ablenken. Dadurch kommen andere Gefühle auf: Zweifel, Angst, Argwohn, Misstrauen und so weiter. Diese Gedanken verändern deine ursprüngliche Absicht und formen sie um zu etwas anderem.

Der Trick – wenn man es so nennen will – ist, dass die Absicht mit dem Herzen ausgedrückt und dann frei gelassen werden muss. Das Universum will nicht beeinflusst werden. Es wird seinen eigenen Weg finden, um deinen Wunsch zu erfüllen.

Die Freiheit wird die Absicht, die du ausgedrückt hast, dorthin leiten, wo sie besser passt. Das Herz hat sie mit Liebe erschaffen, und die Liebe weiß immer, wo etwas am besten aufgehoben ist.

Der französische Philosoph und Theologe Pietro Abelardo sagte: „Gott beurteilt nicht die Taten, die du unternimmst, aber Er beobachtet den Geist, mit dem du sie ausgeführt hast; der Wert des Handelnden besteht nicht in der Handlung, sondern in der Absicht.
Alle, die den ganzen Artikel lesen möchten, finden ihn hier!

Übersetzung Englisch-Deutsch: Martin Krake

Credits

Image Title Autor License
Shell_heart_1 Shell_heart_1 HelenOnline CC BY-SA 3.0

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