Ge-Danken

Wir werden noch an unseren Gedanken verzweifeln. Sie haben uns von Innen nach außen und von außen nach innen verdreht.

Wir Menschen haben nichts davon, das Leben verstehen zu wollen, es zu zerdenken. Daran werden wir mehr und mehr verzweifeln, denn unsere Gedanken drehen sich um sich selbst und wieder in sich und wieder aus sich heraus und sie drehen sich immer im eigenen, kleinem Universum, um ihr kleines Universum und nicht weiter. Sie verschmelzen nicht mit dem großen und Ganzen.

Sie verschmelzen in sich und wieder aus sich heraus…Wir suchen und bestätigen unser Selbst Sein im Außen und nicht im Inneren. Wir philosophieren über das Leben und den Tod und leben nicht das Leben. Unser Leben findet in Gedanken statt. Gedanken sind Erinnerungen der Vergangenheit, mit der wir schon ins morgen schauen. Man kann nix neues denken. Die Philosophie, die Liebe zur Wahrheit, lenkt uns von der Sache ab, um die es geht. Um das Leben selbst. Die Wahrheit, falls es eine einzige Wahrheit gibt, finden wir nicht in der Welt der Dinge, sondern im Leben des Seins.

 

Setz dich auf eine Wiese, einen Stein oder einen Berg und schau einmal auf das Leben, denn es passiert gerade. In dir und nicht außerhalb. Du atmest. Es geht durch dich. Es lebt durch dich und in dir und nicht im Sonnenuntergang, oder der Blume oder dem Meer. Denn das bist du alles auch.

Du bist der Sonnenuntergang, das Meer, die Blume.

Doch siehst du eine Blume

und du denkst

Diese Blume ist schön

Du denkst, diese Blume ist schön, aber du siehst nicht ihre Schönheit. Du denkst dir ihre Schönheit.

Schau auf diese Blume, Minuten, Stunden oder Tage und du wirst diese Blume. Dann denkst du nicht mehr ihre Schönheit, du bist ihre Schönheit.

Doch wir stehen auf und denken, dass wir denken… Gedankenlos machen wir uns den Kaffee am Morgen. Es ist Gewohnheit, keine Gedanke. Gedanken werden also zur Gewohnheit. Denke ich eine Weile daran mir morgens, statt einem Kaffee, einen Tee zuzubereiten, werde ich mir Tee zubereiten und dann wir der Tee am Morgen zur Gewohnheit.Wir sind nicht im Sein, wir denken, dass wir sind.

Wir stellen uns sogar die Frage?

Wer bin ich?

Aber dann suchen wir im Außen. Gehen in die Kirche, zum Guru, zum Therapeuten und fragen

Meister, das ist bildlich gesprochen,

Bitte, sag mir. Wer bin ich und wenn du es nicht weißt, dann sag mir, wer oder was mir zeigen kann, wer ich bin!

Dann geht der Mensch auf die Suche nach sich und hat sich überall dabei. Und noch mehr. Er kommt mit einem Körper, ich mag lieber Leib sagen, denn Leib ist lebendig und Körper ist was totes. Und noch mehr. Er kommt mit einem Verstand. Mit seiner ganzen großen Welt der Gedanken. Und darin haben viele Fragen Platz, denn der Verstand ist dehnbar. Immer mehr Fragen kommen hinein und dann fragt sich aus der Frage, die nächste Frage. Und der Mensch geht und geht und sucht nach sich. In jedem Tempel, in jeden Bett, in jeder Kirsche, hat er sich selbst dabei. Mit seinem Leib, seinem Verstand, Geist und seiner Seele.  Er ist mit sich und sucht danach.

Ist das nicht verrückt? Und er bekommt Antworten, vom Leben. Die versteht er dann aber nicht und hat auf die Antwort gleich die nächste Frage. Und so ist es ein Meer aus Fragen und Antworten, die kreuz und quer nicht mehr zusammenpassen und das Leben geschieht. Es lebt sich so dahin und du bist nicht Teil darin, denn du suchst nach dir Selbst. Und da das Denken eine Gewohnheit geworden ist, der wir soviel Beachtung schenken, glauben wir, wir sind unsere Gedanken. Wir sind dann eigentlich nur aus Gedanken bestehende Gewohnheit. Aus Erinnerungen erleben wir das Jetzt. Nicht das Jetzt ist Hier. Das können wir gar nicht begreifen, das Hier, das Jetzt. Weil wir es suchen, uns suchen und denken, dass wir sind. Ohne zu sein, ohne zu leben. Nur der Atem geht seiner Wege, ohne zu fragen

Was soll das? Was tu ich hier? Warum atme ich?

Würde der Atem sich diese Frage stellen, wäre das Leben vorbei.

 

Ge-danke. Mir Zeigt das Wort was anderes, als das es nur ums denken geht. Ich sehe ein DANKE darin. Danke für das, was ist. Danke, für das, was war und danke, von mir aus, was noch kommt. Aber was es war, war es eh, ob ich nun weiter darüber nachdenke, oder es SEIN lasse. Was noch kommt, weiß keiner, warum sollte ich daran denken, was nicht ist? So brauch ich eigentlich nicht weiter denken, denke ich, sondern lebe mal das Leben.

Credits

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Blog – Ge-Danken-YOUTUBE Wolfgang Müller 1

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