Künstliche Intelligenz ist fast allgegenwärtig – Stefan Woltran

Nicht ganz zum ersten Mal ist Künstliche Intelligenz in aller Munde. Während die einen große Hoffnungen in die Entwicklung der dahinterstehenden Technologien setzen und von fantastischen Möglichkeiten schwärmen, fürchten die anderen den sogenannten Punkt der technologischen Singulariät: Jenen Moment also, in dem Maschinen die totale Überlegenheit erlangen, alle Macht an sich reißen und den Menschen ins Ausgedinge schicken.

Stefan Woltran, Professor am Institut für Informationssysteme der TU Wien und Mitarbeiter der Database and Artificial Intelligence Group, plädiert dafür, die Kirche im Dorf zu lassen. Als Grundlagenforscher im Bereich der Künstlichen Intelligenz setzt er sich mit unterschiedlichen logikbasierten Ansätzen sowie der Analyse und Entwicklung von Algorithmen auseinander. Die Gefahr, dass die Maschine dem Menschen das Heft aus der Hand nehmen und ihn entmündigen könnte, sieht er nicht, jedenfalls nicht in absehbarer Zukunft. Wohl aber sieht er, wie sich Technologien rasant entwickeln und ebenso schnell Teil unseres Alltags werden.

Schon heute stehen unterschiedlichste Anwendungen von Machine Learning fast allerorten und in verschiedensten Zusammenhängen im praktischen Einsatz. Eine Entwicklung, die durchaus auch kritisch zu sehen ist. Unser Leben wird zwar nicht von Maschinen diktiert, aber unbestreitbar wird es von ihnen beeinflusst. Das ist schon sehr lange so: Um eine Zeit zu erreichen, in der Menschen ohne Maschinen auskamen, muss man zumindest tief ins 19. Jahrhundert zurückgehen. Auch das Verständnis der Funktion kam vielen spätestens mit Nutzung der Elektrizität abhanden. Und der Fortgang der Geschichte war aus der eigenen Gegenwart heraus naturgemäß nie absehbar, so zwingend logisch er im Nachhinein auch scheinen mag. Grund für Ängste war also stets gegeben und wurde auch gerne wahrgenommen, alte Zeitungen geben oft ein amüsantes Zeugnis.

Allerdings hat sich das Tempo der Entwicklungen nicht nur laufend gesteigert, gleichzeitig führte das dabei erworbene Wissen auch zu einer wahren Explosion von Einzeldisziplinen. Vielleicht wird die Künstliche Intelligenz sogar das Mittel sein, mit dem wir die auseinandergelaufenen Stränge unseres Wissens, die kein Mensch mehr in seinem Kopf behalten kann, wieder zusammenführen können.

Im folgenden Kitchen Talk spricht Stefan Woltran zur Geschichte der Forschung an der Künstlichen Intelligenz, erklärt unterschiedliche Ansätze sowie Chancen und Risken dieser Technologien:

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