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Ausflug nach Portugal: Lissabon

Jedes Mal, wenn ich einen Trip innerhalb Europas plane, bin ich sehr dankbar für die Existenz von Billigfliegern (lang lebe Ryanair!), Airbnb und Hostels.

Mit Ryanair flog ich auch nach Lissabon, wo mich mein Airbnb-Host Pedro in einem kleinen Studio in der Nähe von Bairro Alto, einem zentral gelegenen Viertel mit hohem Partypotenzial, erwartete. Ich hatte den Trip geplant, um ein Konzert zu besuchen, und hatte überhaupt keine Erwartungen, weil ich nie zuvor darüber nachgedacht hatte, nach Portugal zu reisen. Und vielleicht habe ich mich gerade deswegen so sehr in das Land verliebt!

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In Portugal kann man so vieles erleben: Es gibt faszinierende Städte, kopfsteingepflasterte Dörfer, blaues Meer mit goldenen Stränden, mittelalterliche Burgen … nicht zu vergessen das großartige Essen und die Weine. Schon der Blick aus dem Flugzeugfenster ist idyllisch, aber das ist erst der Anfang!

Ich verbrachte sechs Tage in Portugal. Die ersten vier Tage hatte ich ein Quartier in Lissabon und machte Ausflüge in die nahegelegenen Städte Sintra und Cascais, während die beiden letzten Tage der Stadt Porto gewidmet waren.

Das Panorama von Lissabon ist einfach postkartenmäßig perfekt! Die Stadt ist auf sieben Hügeln erbaut, was in besonderem Maß ihren Charme ausmacht, für eine nicht ganz so fitte Person wie mich aber auch eine Herausforderung darstellt.

Irgendwie findet man sich ständig vor einem Fotomotiv wieder, sei es eine kopfsteingepflasterte Gasse, die berühmte Straßenbahn der Linie 28, die atemberaubende Praça do Comércio oder der Fluss Tejo. Was ich in Lissabon am meisten genoss, war es, einfach ohne ein bestimmtes Ziel durch die Straßen zu schlendern. Ich glaube, dass dies der beste Weg ist, sich die Schönheit dieser Stadt zu erschließen, die von den typischen Tabernas, den mit Azulejos verzierten Häusern, den Pastelarias und auch von modernen Restaurants bestimmt wird.

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Die Praça do Comércio muss man in jedem Fall gesehen haben. Es ist der größte Platz der Stadt und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Straßenbahnen zum Belém-Viertel sowie Fähren. Der Platz liegt am Ufer des Tejo-Deltas, und wenn es ein Wort gibt, das ihn beschreibt, dann ist es dieses: großartig! Eine Statue von König Jose I. befindet sich in der Mitte des Platzes, der auf drei Seiten von traditionellen Gebäuden mit gelben Fassaden eingerahmt wird. Stellt euch diesen Anblick vor, dazu eine Brise vom Tejo und die Gitarrenmusik von zwei Straßenmusikern!

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Es gibt noch etwas, was man in Lissabon unbedingt getan haben muss: Ein Getränk auf einer der vielen über die Stadt verteilten Terrassen einnehmen, die hier Miradouros heißen. Ich besuchte eine Bar namens „Park“ in Bairro Alto, wo das Dach eines Parkhauses im siebten Stock in eine Bar umgewandelt wurde. Die günstigen Preise und die atemberaubende Aussicht machen diese Terrasse zum perfekten Ort, um zu entspannen und eine Pause von Lissabons Auf und Ab zu machen.

Die Holzmöbel und die Bäumchen in den Pflanzkübeln ergeben den Eindruck eines kleinen Stadtgartens über den Straßen, dem Fluss und der Ponte de 25 Abril. Zwischen der Sperrstunde spät in der Nacht und ein Uhr mittags kann man sogar mit seinen eigenen Getränken hierherkommen und die atemberaubende Aussicht kostenlos genießen!

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Nicht versäumen darf man auch Belém, den westlichsten Vorort der Stadt an den Ufern des Tejo. Man kommt ganz einfach mit den Bussen und Straßenbahnen, die an der Praça do Comércio abfahren, dorthin. Ich entschied mich für die Straßenbahn, weil diese nur 10-15 Minuten braucht, während der Bus etwas länger unterwegs ist (mit der wiederaufladbaren Viva Viagem card kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel im Raum Lissabon benutzen).

Die Brise des Atlantiks, die kleinen Boote und die beeindruckenden Monumente nahmen mich mit in das Zeitalter der Entdeckungen mit dem Glanz der portugiesischen Seefahrer, von denen ich in der Schule gelernt hatte. Der Torre de Belém ist, zusammen mit der Straßenbahnlinie 28, zu einem Symbol Lissabons geworden. Ich habe das Motiv dieses Turmes überall gesehen: auf Postkarten, Küchenschürzen, Magneten …

Direkt davor zu stehen ist … nun ja, schlicht und einfach ergreifend! Das ist nicht überraschend, schließlich ist es eine UNESCO-Welterbestätte. Der Turm ragt aus dem Wasser der Uferlinie von Belém mit seiner militärischen, aber doch sehr von der Renaissance bestimmten Architektur. Der kleine Strand direkt vor dem Turm war der perfekte Platz, um die Aussicht zu genießen, mit meinem Freund aus den USA, den ich gerade kennengelernt hatte, zu plaudern und meine Füße zu erfrischen, denn es war ziemlich heiß.

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Eine weitere großartige Sache in Lissabon ist das Essen! Frühstück, das bedeutete für mich pastel de nata und pão do deus mit Kaffee und Orangensaft: ein mit Zucker übergossenes Nirvana!

Pastel de nata sind knusprige Blätterteigschüsselchen, gefüllt mit goldenem Vanillepudding und überstreut mit Zimt. Pão de deus (wörtlich „Himmelsbrot“) sind goldbraune süße Gebäckstücke mit Kokosnussfüllung. Sie waren während meiner Tage in Lissabon eine ständige Versuchung für mich, denn man findet dort an jeder Ecke eine Pastelaria – diese kleinen Konditoreien sind einfach überall!

Um die typisch portugiesische Küche kennenzulernen, ging ich am zweiten Abend zum Essen in eine typische Taberna in Bairro Alto, und dort verliebte ich mich in Chouriço und Bacalhau à Brás. Das erstgenannte Gericht ist eine wirklich sehr, sehr scharfe Wurst, die aus Schweinefleisch, Fett, Wein, Knoblauch, Salz und Paprika besteht. Das zweite ist eines der leckersten Gerichte, die ich jemals gegessen habe: zerkleinerter Kabeljau mit Zwiebeln, Eiern und Kartoffeln – etwas, was man unbedingt probiert haben muss!

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Und schließlich bedeutet Lissabon auch preisgünstigen Alkohol, Cocktailbars und die Tapas-Route. Abends verwandeln sich die engen Pflastergassen des Bairro Alto in eine der lebhaftesten und lautesten Gastrozonen Europas!

Am ersten Abend probierte ich zusammen mit meiner Schwester und einem Freund die Tapas-Route aus. Das ist eine Route, auf der man sich durch Lissabons historische Viertel wie Rossi, Cais do Sodré, Bairro Alto und Alfama essen und trinken kann. Die Küchenchefs der Bars kreieren Tapas-Menüs mit Stilen und Zutaten aus der ganzen Welt. Für drei Euro bekommt man ein Tapa – ein Minigericht, so wie ein Appetizer oder ein Snack – zusammen mit einem Bier der Marke Estrella Damm sowie einen Stempel auf der Karte der Route. Dass man in jeder Bar dasselbe Bier bekommt, ist nicht optimal, aber trotzdem ist es eine Empfehlung, um einen spaßigen Abend in dieser Stadt zu verbringen!

Lissabon hat eine unglaubliche Atmosphäre, und ich kann es nicht erwarten, nochmal hierherzukommen. Es ist authentisch, jung, farbenfroh und dynamisch. Es ist, als würde man gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen – so zumindest habe ich es empfunden.

Lissabon, du hast mich überzeugt!

Übersetzung Englisch-Deutsch: Martin Krake

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