COVID-19 Impfstoff – Medizin gegen die Pandemie

Anfang Februar lud die Waldviertel Akademie die Leiterin der Abteilung für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur in Wien, Frau Univ. Prof. DI Dr. Reingard Grabherr zu einem Onlinevortrag zum Thema Impfstoffe im Allgemeinen und SARS—Cov2-Vakzine im Besonderen.

Epidemien (örtlich begrenzt) und Pandemien (weltweit) begleiten den Menschen schon seit langer Zeit. Infektionskrankheiten werden immer durch einen Erreger ausgelöst: gegen Pilze haben wir Antimykotika entwickelt; gegen Bakterien werden zumeist Antibiotika angewandt, gegen Viren zumeist Impfungen mit aktiven Impfstoffen. Da Viren keinen Stoffwechsel, kein Wachstum und keine Proteinsynthese aufweisen, entsprechen sie nicht der biologischen Definition von Leben.

Der erste „Impfstoff“ wurde Ende des 18. Jahrhunderts bei Kühen verwendet: doch erst Louis Pasteur hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Verständnis für die Herstellung und Wirksamkeit von Impfstoffen erlangt. Einer der größten Erfolge einer weltweiten Impfkampagne war die Ausrottung der Pocken zwischen 1966 und 1979. Dadurch, dass das Virus nur von Mensch zu Mensch übertragen werden konnte, eine einzige Impfung für lebenslange Immunität sorgte und es keine Mutationen des Pockenvirus gab, war der Kampf in relativ kurzer Zeit so erfolgreich.

Ziel jeder Impfung ist es, B-Lymphozyten zur Produktion spezifisch wirksamer Antikörper anzuregen, die die Interaktion zwischen Erreger und Zelle verhindern – man spricht von einer Immunantwort, deren Ablauf die Virologin im Folgenden beschreibt. Der Erreger wird dem Immunsystem gezeigt, ohne dabei die Krankheit auszulösen. Dazu gibt es mehrere Methoden, die auch im Kampf gegen Covid angewandt werden: man kann einen sogenannten Totimpfstoff (abgetötete Viren) verwenden, oder auch Lebendimpfstoff (abgeschwächte lebende Viren); oft reicht es auch aus, dem Immunsystem ein einziges markantes Merkmal des Erregers zu zeigen, um es zu aktivieren. Mit der Methode des Virus Like Particles schafft man es oftmals, eine Langzeit-Immunität zu erreichen, ohne dem Erkrankten infektiöses Material zu injizieren. Eine weitere Möglichkeit bilden die Vektor-Impfstoffe: bei dieser Methode werden entkernte Adenoviren neu befüllt. Im Folgenden geht Grabherr auf Unterschiede und Wirksamkeit von DNA- und RNA-Impfstoffen ein.

Auch wenn SARS-CoV2 ein neuer Virus ist, so ist dessen Aufbau nicht völlig unbekannt. Im Speziellen interessiert die Forscher die Receptor Bindung Domain (RBD); diese ist quasi der Schlüssel, mit dem sich Viren an körpereigene Zellen binden können. Deaktiviert man dieses Protein, dann hat das Virus keine Chance mehr, Körperzellen zu befallen.

Die bisher auf dem Markt befindlichen Covid-Impfstoffe, vor allem jene, die in Europa zugelassen sind, sind Inhalt des nächsten Abschnittes des Vortrags. Der Hauptgrund für die Mutation eines Virus ist, dass er besser/schneller in die körpereigenen Zellen kommen kann, um dem Immunsystem zu entkommen. Ob man sich impfen lassen soll, hängt von vielen Faktoren ab,; die Entscheidung bleibt aber immer dem Einzelnen überlassen.

Die Publikumsfragen beschäftigen sich mit Impfen nach Krankheit, der Möglichkeit einer inländischen Impfstoffproduktion, dem Aussetzen von Patenten, um die Impfstoffknappheit zu bekämpfen, der (Un)Genauigkeit von Covid-Tests und vielem mehr.

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