Das Championsprinzip von Andreas Du-Rieux – Gast: Werner Schlager (Teil 3)

Gesellschaft

Das neue Format „das Championsprinzip“ mit Moderatorlegende Andreas Du-Rieux zielt darauf ab, von Champions zu lernen. Was macht erfolgreiche Sportler wie Niki Lauda, Lindsey Vonn, Anna Gasser und Hans Krankl aus? Wie schaffen sie es, auf den Punkt ihre beste Performance zu liefern – und wie bereiten sie sich mental darauf vor? Du-Rieux analysiert mit seinen Gästen dieses „Championsprinzip“ und will damit allen Zusehern erfolgreiche Strategien für ihre persönlichen Ziele an die Hand geben.

Im dritten Teil des Championsprinzips mit Werner Schlager stehen zu Beginn die Routinen und Rituale des Tischtennisweltmeisters Fokus. Rituale geben Sicherheit, deshalb wendet sie jeder erfolgreiche Sportler an. Deshalb ist es auch völlig egal, wie sie (zB im Fall von Rafael Nadal) auf die Außenwelt wirken. In der Rückschau stellt Schlager fest, dass er kein durchgängiges Ritual hatte, dafür aber mehrere mittelfristige.

Die abgewehrten Matchbälle auf dem Weg zu seinem größten Triumph gelangen ihm vor allem deshalb, weil er voll fokussiert blieb, nie aufgab und aus eigener Erfahrung wusste, dass der letzte Punkt oftmals der schwierigste ist. Während des Spiels nahm er zwar alle Emotionen in der Halle auf, aber es gelang ihm, nicht darüber zu urteilen, sondern diese Eindrücke einfach ziehen zu lassen und stattdessen nach Lösungen zu suchen. Um Diese Einstellung zu erreichen, bedarf es einer regelmäßigen, neutralen Selbstbeobachtung und kritischer Selbstreflexion in der Nachbetrachtung.

Durch den Titel ist Schlager noch wesentlich reflektiver geworden, als er es vorher schon war. Auch im Alltag ist es notwendig, sich ständig zu hinterfragen, warum man etwas mag oder nicht, und ob man seine Meinung nicht vielleicht ändern sollte/könnte; Schlager bringt dazu das Beispiel des Familienhundes, den er zunächst ablehnte, nun aber ob seiner positiven Wirkung auf die gesamte Familie nicht missen wollen würde.

Die Zeit zwischen den Tischtennis-Saisonen war für Schlager immer die Chance für eine Erneuerung: da auch die Gegner sich ständig verbesserten und ihn genau studierten, musste auch er sich ständig verändern: auf Basis seines soliden Grundspiel ließ er sich neue Schläge einfallen, um die Gegner in der neuen Saison zu überraschen. Er widerlegt den Glauben vieler Menschen, dass Sporttalente ohne viel üben zu müssen erfolgreich sind: jeder erfolgreiche Schlag muss auch von Talenten in einem langwierigen Training erarbeitet werden. Denn alles, was leicht aussieht, bedarf viel Übung.

Wie im Sport, so ist es auch bei Kindern wichtig, deren Kreativität zu aktivieren, damit sie Spaß an dem haben, was sie tun/lernen. In Schlagsportarten wie Tischtennis ist dies aber durch die ständige Wiederholung des gleichen Ablaufs schwierig. Sich das innere Kind zu bewahren, um auch im Erwachsenenalter Spaß haben zu können, ist durchaus erstrebenswert, so Schlager.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs geht Schlager auf die Fehler in seinem Training, die ständigen Neuerungen in seinem Sport, der Umgang mit Druck, wenn man knapp vor dem Sieg steht oder Favorit ist, das Studium seines Finalgegners und die angewandte Taktik, die Zeit nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft und viele weitere Themen.

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CP – 006 – Werner Schlager – Teil3-YOUTUBE-IPHP Wolfgang Müller 1

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