Das Championsprinzip von Andreas Du-Rieux – Schi-Weltmeister Mathias Berthold (Teil 2)

Gesellschaft

Das neue Format „das Championsprinzip“ mit Moderatorlegende Andreas Du-Rieux zielt darauf ab, von Champions zu lernen. Was macht erfolgreiche Sportler wie Niki Lauda, Lindsey Vonn, Anna Gasser und Hans Krankl aus? Wie schaffen sie es, auf den Punkt ihre beste Performance zu liefern – und wie bereiten sie sich mental darauf vor? Du-Rieux analysiert mit seinen Gästen dieses „Championsprinzip“ und will damit allen Zusehern erfolgreiche Strategien für ihre persönlichen Ziele an die Hand geben.

In Teil zwei geht Andreas Du-Rieux auf die aktuelle Profession von Mathias Berthold ein. Als Mentalcoach bei Fußballteams wie Sturm Graz stellen sich ihm unterschiedliche Aufgaben: Mentaltrainer bei den einen, Persönlichkeitsentwickler bei den anderen, oder auch Performancecoach. Während der Betreuung eines Spielers gibt es oftmals Überschneidungen dieser Tätigkeitsbereiche. Seine Erfahrung als Sportler wie auch als Trainer macht ihn auch oft zum Kommunikationstrainer, da er weiß, wie (und welche Form der) Kommunikation zwischen Sportler und Trainer am effektivsten funktioniert und wie man Sportler am besten motiviert.

Der Unterschied zwischen dem Coaching von Einzelsportlern (Schifahrern) oder einer (Fußball)Mannschaft ist nicht besonders groß, wie Berthold im Folgenden beschreibt. Gemeinsam mit Sturm Graz-Trainer Christian Ilzer, den Berthold als hervorragenden Experten einschätzt, bereitet er die Mannschaft intensiv auf bevorstehende Aufgaben vor.

Wie jeder andere Mensch sind auch viele Sportler von Selbstmitleid und Zweifeln geplagt. Sie aus diesem Mindset herauszuführen ist eine von Bertholds Hauptaufgaben. Die Aufarbeitung von Fehlern wird oftmals übertrieben, während die Erfolge zu wenig behandelt werden. Das bewusst machen, was man zb bei seinem Slalom richtig gemacht hat, ist oft wertvoller, als die wenigen Fehler en Detail zu zerlegen.

Der Charakter eines Sportlers ist eine wichtige Eigenschaft für Erfolg. Ob jemand aber ein Stoiker oder ein Exzentriker ist, ist dabei nicht entscheidend. Große Ankündigungen vor sportlichen Ereignissen hält Berthold nicht für sinnvoll: sie mögen zwar den/die Gegner einschüchtern; wenn es dann aber nicht zur angekündigten Leistung kommt, bleibt man als „Umsetzungszwerg“ zurück.

Berthold hatte das Glück, mit vielen erfolgreichen Sportlern arbeiten zu dürfen, darunter Marcel Hirscher und Maria Höfl-Riesch. Sie alle schaffen es, im entscheidenden Moment das Prozessdenken anzuwerfen und sich auf das hier und jetzt zu fokussieren. Auch wenn bestimmte Fähigkeiten angeboren sind: es gibt unzählige Schritte, die man erfolgreich gehen muss, bis man zum Champion wird, weshalb Selbstreflexion und Wille seiner Erfahrung nach wesentlich entscheidender sind.

Positive Veränderung beginnt immer mit der Ablegung von Selbstmitleid. Man muss ein Ziel definieren, auf das man hinarbeitet. Und man muss wissen, dass man die Fähigkeiten hat, dieses zu erreichen. Als nächstes gilt es, die nächsten Schritte zur Erreichung des Ziels möglichst konkret zu planen.

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CP – 008 – Mathias Berthold-Teil2-YOUTUBE-IPHP Wolfgang Müller 1

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