Der kleine Stadtstreicher – Richard Cieslar

Gesellschaft

Richard Cieslar, Lehrer, Filmemacher und Bürgerrechtsaktivist hat in den letzten beiden Jahren eine Menge „skurriler Maßnahmen“ im Schulalltag erlebt und sich dennoch die Menschlichkeit im Umgang mit seinen Schülern bewahrt. Das eine oder andere, wie beispielsweise die „Überwachung“ der Schülertestungen am Beginn des Schultages, sei ihm sehr schwer gefallen. Er habe zwar von seinem Remonstrationsrecht Gebrauch gemacht und den einen oder anderen Spielraum genutzt, sich aber die Durchführung der Vorgaben aber nicht aktiv verweigert. Dies habe zwei Gründe: zum einen die wirtschaftliche Abhängigkeit von seinem Einkommen, zum anderen die Tatsache, dass er sich als Lehrer sieht, der seine Schüler die Situation unter den gegebenen Umständen so angenehm wie möglich macht. Und solche Personen brauche es aktuell ganz dringend.

Verblüfft war er über die Reaktion von Ministerium und Bildungsdirektion zu seinen offenen Schreiben mit seiner Kritik an Masken-, Test- und Quarantänepflicht. Habe ihm der damals noch amtierende Bildungsminister Faßmann noch persönlich geantwortet, aber auf die Einhaltung der Verordnungen verwiesen, so bekam er eine inhaltlich ähnlich lautende Antwort aus der Wiener Bildungsdirektion, die allerdings mit „Das Covid-Team der BD Wien“, also unpersönlich unterzeichnet war.

Im Gespräch zitiert er auch aus einem persönlichen Schreiben einer Mutter an ihn, die von ihrem 7-jährigen Sohn und seinen Ängsten bzgl. Impfung berichtet. Er wurde einmal positiv getestet und daher mussten er und seine Familie in Quarantäne, auch seine dreifach geimpften Eltern. Im Brief berichtet die Mutter über die Zwangslage ihres Sohnes, der nicht geimpft werden will, aber dennoch ein normales Leben führen will, das aber wiederum an die Impfung geknüpft ist.

Kinder leben laut Cieslar ständig mit der Angst, dass sie im Positivfall eine „Kettenreaktion auslösen. Für ihn ist es neben dem Unterricht wichtig, die Kinder auch psychisch zu unterstützen und zu beruhigen. Schnellere Reizbarkeit und die Umstände reduzierten die Konzentration auf den Unterricht stark. Masken beeinträchtigten die persönliche Beziehung, die fehlende Wahrnehmung der Mimik führe dazu, dass die jungen Menschen verlernen, Gefühle einzuschätzen, es stelle sich eine gewisse Empathielosigkeit ein, man sei oft schon so konditioniert, dass man die Maske automatisch trage. Diesbezüglich verweist er auf eine Antwort der israelischen Regierung auf eine Anfrage einer Anwaltsgruppe, in der diese offen bekennt, dass die Masken keinerlei medizinischen Nutzen haben, aber eine wichtige erzieherische Nachricht darstellten und einen psychologischen Effekt ausübten.

Abschließend geht Cieslar noch auf zwei positive Effekte der „Corona-Zeit“ ein. Zum einen habe er viele tolle Menschen kennen gelernt, denen er unter normalen Umständen niemals begegnet wäre; zum anderen habe ihm der Wegfall seiner Freizeitbeschäftigung als Kinderfußballtrainer in den Lockdowns dazu gebracht Wien und bekannte Persönlichkeiten in seiner Sendereihe „Der kleine Stadtstreicher“ zu porträtieren. Vor kurzem wurde deren 100. Folge ausgestrahlt. Die Sendungen sind neben dem Internetsender, für den sie produziert wurden, auch auf Youtube zu sehen.

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