Gerald Knaus – Welche Grenzen brauchen wir ?

Der bekannte Migrations- und Flüchtlingsexperte Gerald Knaus besuchte uns kürzlich mit seinem neuen Buch „Welche Grenzen brauchen wir“ in unserem Podcast Darüber sollten wir reden.

Er spricht mit uns über seine Motivation für gerade dieses Thema und über seine Familie, deren Geschichte ebenfalls eng mit Flucht und Migration verbunden ist. Fakten sind die Grundlage jeder zielführenden Diskussion – leider wird damit oft Schindluder betrieben, indem sie völlig übertrieben dargestellt (Anzahl der Flüchtlinge, die nach Europa drängen) oder überhaupt einfach erfunden werden.

Grenzschutz sei unabdingbar für jedes Land, so Knaus – die Mittel dazu sollten jedoch offen diskutiert werden. Stehen die Ideen und Werte Europas – und vor allem jene der Genfer Flüchtlingskonvention – zur Disposition, wie es Orban und andere vorschlagen?

Angela Merkels berühmter Sager aus dem August 2015, „Wir schaffen das“, ist aus Sicht des Gründers der Euopean Stability Initiative, nicht, wie oftmals behauptet, der Auslöser der Flüchtlingskrise, wie er im Folgenden auch ausführt.

Europa bzw seine Nationalstaaten verweigern seit langem eine Diskussion über legale Migration – denn es gibt für die Staaten natürlich keine Pflicht, Staatsbüger anderer Länder ins Land zu lassen, schon gar nicht illegal. Aber es müsse klare Regeln für gewollte und benötigte Migration geben.

Wenn es um Flüchtlinge geht, bräuchte es dringen europäische oder weltweite Lösungen. Knaus schlägt drei Säulen einer solchen Politik vor:

Aufnahme von mehr regulären/anerkannten Flüchtlingen, als bisher, über resettlement-Programme;

Mehr Unterstützung von Flüchtlingen in Erstaufnahmeländern;

Illegale Flüchtlinge, die es dennoch in die EU schaffen, und dann über ein faires Verfahren Asyl erhalten, dürfen ebenfalls bleiben – gibt es keinen validen Asylgrund, müssen sie zurück. Gleichzeitig muß versucht werden, auch andere Länder davon zu überzeugen, Flüchtlinge aufzunehmen.

Im Folgenden führt Knaus den sogenannten Gambia-Plan als Musterbeispiel für künftige Abkommen mit Flucht-Ausgangsländern aus – und wie konkret die aktuelle Umsetzung aussieht.

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Welche Grenzen brauchen wir Wolfgang Müller 1