Im Dialog mit unserem Unterbewusstsein

Dialogue with your unconscious

Wie unser Unterbewusstsein unser Leben beeinträchtigen kann

Die meisten Psychologen, auch Freud, definieren das Unterbewusstsein als eine Stelle, an der wir die für uns nicht zugänglichen Informationen aufbewahren. Dort befinden sich unsere Kindheitserinnerungen, unsere Erfahrungen sowie unsere instinktiven Wünsche, die für die Entwicklung unserer Verhaltensweisen und unseres Charakters verantwortlich sein können.

Viele Studien beweisen, dass wir zu 95 Prozent unser Unterbewusstsein nutzen, während uns lediglich 5 Prozent fürs Bewusstsein bleiben.

Durch das Vorhandensein unseres Unterbewusstseins und sein extremes Tempo (40 Millionen Databits pro Sekunde) ist es uns möglich, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen.

Mich hat schon immer fasziniert, wie unser Geist unaufhörlich Gedanken und Emotionen verarbeitet. Er funktioniert unentwegt – selbst im Schlaf. Der Akt des Träumens ist derart mächtig, dass sich unsere tiefsten Ängste, Fantasien, Wünsche oder Instinkte darin spiegeln, derer wir uns nicht im Geringsten bewusst sind, die sich aber irgendwo in unserem Unterbewusstsein verborgen halten.

So viele Male habe ich versucht, meinem Denken durch Meditation Einhalt zu gebieten. Meinem Geist eine Pause zu gönnen. Ich dachte anfangs, das sei ganz einfach, aber je intensiver ich mich darin versuchte, an nichts zu denken, desto häufiger durchliefen Gedanken meinen Kopf.

Es ist unser inneres Gespräch, das unser Unterbewusstsein auf indirekte Weise auf das lenkt, was wir in nächster Zukunft tun, welche Gewohnheiten wir uns aneignen, welche Emotionen in bestimmten Situationen ausgelöst werden und wie wir handeln. Während die negativen Dialoge in uns zu negativen Ergebnissen führen, wirken sich positive innere Gespräche vorteilhaft aus.

Ich erinnere mich daran, als ich einmal eine Präsentation vor meiner ganzen Klasse zu halten hatte. Da ich mich grundsätzlich gar nicht wohl dabei fühle, vor Publikum zu sprechen, machte mir diese Situation Angst – trotz guter Vorbereitung und meines Glaubens an den Inhalt, den ich weiterzugeben hatte. Einige Minuten vor meiner Präsentation schossen mir Gedanken durch den Kopf wie: “Was, wenn ich irgendetwas Falsches sage? Oder wenn ich vergesse, was ich sagen wollte?

Damit stellte sich bereits mein Unterbewusstsein ein; ich verfestigte all das in meinem Kopf, von dem ich hoffte, dass es nicht passieren würde. Ich konnte nicht damit aufhören. Mein Kopfkino lief. Ängste übermannten mich, und auch mein Körper reagierte sofort darauf: Meine Hände begannen zu schwitzen und ich wollte als erste Reaktion nur noch davonlaufen.

Doch dann besann ich mich: Selbst wenn es mir nicht möglich ist, meine Gefühle zu kontrollieren – ich kann meiner Gedanken doch Herr werden! Also ersetzte ich meine Gedanken durch Sätze wie: “Ich bin eigentlich aufgeregt, dass nun jeder von meiner Arbeit benachrichtigt wird” und: “Besser kann ich nicht vorbereitet sein – es kann nichts schief laufen.

Und dann visualisierte ich, wie es verlaufen sollte. Und plötzlich waren meine Hände nicht mehr feucht – und ich entspannte mich. Ich konnte gar nicht glauben, dass das funktionierte! So einfach ging das?

Und warum funktionierte das? Die einzige Antwort, die ich mir darauf geben konnte, war, dass es deshalb passierte, weil ich wirklich daran glaubte, dass alles gut gehen würde. Ich musste mich nur darauf konzentrieren und alles Negative ganz einfach beiseite schieben.

Sei dir deiner Gedanken bewusst. Überlege dir deine inneren Dialoge. Sei wachsam, mit welchen Wörtern du dich ausdrückst.

Unser Leben ist ein Spiegel unseres unbewussten Programms. Aus Gründen von Erziehung und sozialen Regeln, in die wir hineinwuchsen und an die wir uns anpassen mussten, tendiert unser inneres Programm leider eher in eine negative Richtung. So zum Beispiel die Angst davor, was andere von uns denken mögen, oder die Furcht, nicht akzeptiert zu werden.

Und diese Emotionen leben wir, ohne uns darüber im Klaren zu sein. Wir gewöhnen uns an sie und suchen nicht mehr nach dem wahren Grund dafür. Wir scheinen so fühlen zu müssen, weil jeder in diesen typischen Situationen dieselben Gefühle hat. Das permanente Leben des Bewusstseins ist nicht möglich – und deshalb lenkt uns grundsätzlich unser Unterbewusstsein.

Meditation und Übungen, wie man negative Wörter eliminiert, wären ein guter Start eines neuen Weges, unsere Wachsamkeit zu erhöhen und uns darauf zu fokussieren, was wir denken und welche inneren Dialoge wir mit uns führen.

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Dialogue with your unconscious Dialogue with your unconscious Enrico CC BY 2.0