Titelbild SozialMarie 2017

SozialMarie – Preisverleihung 2017

Anfang Mai fand im Wiener Radio Kulturhaus zum dreizehnten Mal die Vergabe der Sozialmarie, des ältesten Preises für Soziale Innovation in Europa, statt. Mit einem Gesamtpreisgeld von 54.000 € wurden insgesamt fünfzehn Projekte vom Träger der Veranstaltung, der Unruhe Privatstiftung, finanziell bedacht. Neben dem Preisgeld ist vor allem die Öffentlichkeitswirksamkeit hervorzuheben: Zahlreiche Medien waren vor Ort, und neben den Teilnahmeländern Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei findet der Preis mittlerweile auch in Deutschland, Polen, Slowenien und Kroatien Beachtung.

Seit Bestehen der Sozialmarie wurden 2.700 Projekte eingereicht und 170 davon ausgezeichnet. Es begann alles in einem 300-Kilometer-Umkreis um Wien. Mittlerweile sind bereits vier Länder zur Gänze teilnahmeberechtigt, mit der Slowakei als neuestes Mitglied (2017). Ein kleiner Rückblick von Moderatorin Barbara Van Melle und Stiftungsgründerin Wanda Moser-Heindl auf die Entwicklung ausgezeichneter Projekte eröffnet die diesjährige Preisverleihung.

Der österreichische Publikumspreis wurde an Sao Bien verliehen: Der Verein baut Schulen in abgelegenen Regionen Vietnams, in denen vor allem ethnische Minderheiten leben. Ziel ist es, pro Quartal eine Schule fertigzustellen, und so Kindern, die sonst keine Schule besuchen könnten oder eine unverhältnismäßig lange Anreise hätten, eine Ausbildung zu ermöglichen.

Der dritte Preis ging heuer nach Tschechien an Na ovoce: Auf einer digitalen Landkarte findet man Obstbäume, meist in ungenutzten Gärten der Stadt Prag, die gemeinsam gepflegt und abgeerntet werden. Damit sollen biodiverse Kulturlandschaften erhalten und vergessene Obstsorten wiederentdeckt werden. Bei eigenen Events können sich Bürger informieren, wie man Obstbäume bewirtschaftet und die Früchte weiterverarbeiten kann.

Welcome to Life aus Österreich heimste diesmal den zweiten Platz ein: Jugendliche, die in sozialpädagogischen Einrichtungen leben, können mit Hilfe dieses Projektes auch nach ihrem 18. Lebensjahr weiterbetreut werden. Weiters können sich die Jugendlichen bei Workshops und über eigene Soziale Medien miteinander vernetzen. Dies hilft, den Start in ein erfolgreiches, langfristig eigenständiges Leben zu meistern – und nicht die Jugendlichen mit 18 sich selbst zu überlassen, wie es die aktuelle Gesetzeslage vorsieht.

Mit Studio 27 geht auch der erste Preis dieses Jahr nach Tschechien: Vier Journalistinnen machen ihre eigenen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen zum Thema. In öffentlichen Debatten und Gesprächen mit Fachleuten aus dem In- und Ausland bekämpfen sie erfolgreich das Stigma, das Menschen mit solchen Erkrankungen oft entgegengebracht wird. Alles wird gefilmt und auf dem eigenen Youtube Kanal zur Verfügung gestellt, darunter auch ein eigenes Programm, das sich dem schwierigen Thema auf humoristische Art nähert. Die vier Initiatoren halten Vorträge und treten bei Konferenzen und Festivals auf.

Alle diesjährigen Preisträger könnt ihr in unserem Video kennenlernen:

Videobild-SozialMarie 2017

Credits

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Videobild-SozialMarie 2017 Videobild-SozialMarie 2017 Idealism Prevails CC BY-SA 4.0
Titelbild SozialMarie 2017 Titelbild SozialMarie 2017 Idealism Prevails CC BY-SA 4.0
Titelbild SozialMarie 2017 Titelbild SozialMarie 2017 Idealism Prevails CC BY-SA 4.0
Videobild-SozialMarie 2017 Videobild-SozialMarie 2017 Idealism Prevails CC BY-SA 4.0

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