Hochsensitivität – Bürde oder Gabe?

Gesellschaft

Auf Grund der vielen positiven Rückmeldungen zur Sendung über Hochsensitivität hat sich Willkommen Digital entschlossen, dieses Thema für seine erste Ausstrahlung mit Livepublikum aus der Galerie Nuu noch einmal aufzugreifen. Zu Gast ist wieder Mag. Sabine Knoll, Gründerin und Obfrau des Vereins Hochsensitiv.

Hochsensitive Personen (HSP) nehmen Reize detaillierter wahr, verarbeiten diese tiefgehender, sind meist sehr empathisch und laufen Gefahr, von Reizen überflutet zu werden, wie Knoll an einigen Beispielen ausführt. Hochsensitivität ist eine Veranlagung, die etwa 20% der Menschen betrifft – Tendenz steigend. HSP müssen sich regelmäßig zurückziehen, zB in die Natur gehen, um der Reizüberflutung entgegenzuwirken. Sie sind oft Ziel von Mobbing, weil sie sich in vielen Situationen anders verhalten (müssen), als andere Menschen.

Während in westlichen Kulturen extrovertierte Personen mehr geschätzt werden, so sind dies in asiatischen Kulturen eher die feinfühligen und sensitiven Menschen. Treffen HSP untereinander in Gruppen aufeinander, herrscht sehr rasch ein offenes Klima und eine besondere Energie mit hoher Wertschätzung füreinander.

Zur eigenen Überprüfung, ob man HSP ist, empfiehlt Knoll weiterhin den aus 27 Fragen bestehenden Selbsttest, entwickelt von der HSP-Pionierin Elaine Aron.

Im Hochsensitiv-Netzwerk, das auf obiger Website zu finden ist, sind mittlerweile 60 Menschen aus ganz Österreich vernetzt. Der Verein bietet sowohl einen Lehrgang zum Experten für HSP an, als auch Unterstützung in vielfältiger Form für HSP, sei es in Gruppen oder in Einzelgesprächen.

Die in den letzten Jahren wachsende Angstenergie weltweit ist für HSP besonders herausfordernd. Deshalb bedarf es eines sehr bewussten Umgangs damit: welche Themen lasse ich an mich heran, welche blende ich aus. Angst hat eine große Sogwirkung; in ihr zu erstarren bringt niemandem etwas. Sinnvoller, als den Kampf gegen alte Denkweisen zu führen, ist es, seine Energie in neue Ideen zu stecken und gemeinsam mit Anderen positive Alternativen aufzuzeigen und aufzubauen.

Welche Formen des sich-selber-erden es gibt, warum Meditation für HSP wichtig ist, welche unterschiedlichen Eindrücke der Lockdown bei HSP hinterlassen hat, wie wichtig es ist, das Opfer-Bewusstsein abzulegen und wie man als HSP aus der Bürde wieder in die Gabe kommt sind weitere Inhalte dieses Gesprächs, in das auch interessante Publikumsfragen eingebunden werden.

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