Portugal 07

Ausflug nach Portugal: Sintra and Cascais

Lissabon hat eine unglaubliche Atmosphäre, und ich kann es nicht erwarten, nochmal hierherzukommen. Es ist authentisch, jung, farbenfroh und dynamisch. Es ist, als würde man gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen – so zumindest habe ich es empfunden.

(Aus: Ausflug nach Portugal: Lissabon)

Von der Hauptstadt aus erreicht man innerhalb von einer Stunde Sintra und Cascais – zwei Tagesausflüge, die ein absolutes Muss sind.

Tag zwei unseres Trips war Sintra gewidmet, das mit dem Zug nur vierzig Minuten von Lissabon entfernt liegt. Sobald wir die Stadt erreicht hatten, empfingen uns gleich vor dem Bahnhof ein Dutzend Leute, die Stadtführungen anboten. Die Auswahl war groß: Touren mit dem Tuktuk, dem Jeep, dem Motorroller oder auch Hop-on-Hop-off-Touren.

„Groß“ ist auch das richtige Adjektiv, um die Attraktionen zu beschreiben, die man in Sintra besuchen kann: Palácio Nacional da Pena, Quinta da Regaleira, Convento dos Capuchos, Palácio e Parque de Monserrate, Palácio Nacional de Sintra und Castelo dos Mouros – all diese Gebäude sind über die Hügel verstreut, die das Stadtzentrum umgeben.

Einige davon liegen sehr nah beieinander, während andere ziemlich weit vom Zentrum entfernt und etwas schwieriger zu erreichen sind. Hinzu kommt noch, dass der Besuch von mehreren dieser Paläste einen ziemlich teuren Trip ergibt (zumindest wenn man Studentin ist, so wie ich). Daher folgten wir dem Rat unseres Gastgebers und entschieden uns für den Palácio da Pena. Da uns nicht klar war, dass der Palast hoch oben auf einem bewaldeten Hügel liegt, ignorierten wir die Angebote der Stadtführer und machten uns zu Fuß auf den Weg.

Fünfundvierzig Minuten später waren wir immer noch am Wandern, ohne so richtig zu wissen, wie wir den Palast erreichen sollten, als ein Elektro-Tuktuk neben uns hielt. Es war der Beginn eines extrem lustigen Erlebnisses! Ich weiß noch immer nicht, ob man Pedro, den Fahrer, als extrem geschickt oder doch eher als komplett angstfrei beschreiben sollte. Wahrscheinlich war er eine Mischung aus beidem. Die Fahrt durch die engen und kurvigen Straßen auf die Spitze des Hügels war unvergesslich, adrenalingetränkt und gleichzeitig beängstigend, mit den Händen um unsere Sitzgurte geklammert, lachend, kreischend und mit wild im Wind tanzenden Haaren!

Pedro setzte uns direkt am Eingang des Palastgartens ab. Der Park wird gekrönt vom Palácio da Pena, und noch darüber, rund 530 Meter hoch, steht das Cruz Alta, das Hohe Kreuz.

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Wir entschieden uns, durch den romantischen Palastgarten zum Kreuz zu gehen, und wurden belohnt mit dem Anblick großer Bäume, tropischer Pflanzen, kleiner Teiche und Kamelien. Im Park gibt es mehr als 500 verschiedene Arten von Bäumen aus der ganzen Welt.

Die Aussicht vom Kreuz aus ist atemberaubend – man kann den ganzen Park überblicken, die nahegelegenen Hügel sowie den Palast, der so gebaut ist, dass man ihn von jedem Punkt des Parks aus sehen kann.

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Der Palácio, in Auftrag gegeben von König Ferdinand II., wird als die schönste Ausprägung der Romantik des 19. Jahrhunderts in Portugal angesehen. Er ist skurril, ungewöhnlich und farbenfroh, mit Terrassen, Kuppeln und Türmen in Pink und Zitronengelb.

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Einige Elemente der Architektur erinnerten mich an den arabischen Stil, der – wie ich herausfand – als „maurischer Stil“ bezeichnet wird, eine Variante der islamischen Architektur, die sich auf der iberischen Halbinsel entwickelt hatte. Jede Ecke des Palastes unterscheidet sich von den anderen und ist postkartenmäßig perfekt. Nach der Erkundung des Palastes nahmen wir einen Snack im Restaurant auf der Dachterrasse ein, bevor wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum machten.

Wir nahmen den vier Kilometer langen steilen Zickzackweg, der überwiegend durch Kiefern- und Eukalyptuswälder verläuft und den Park mit dem Stadtzentrum Sintra-Vila verbindet. Sintra-Vila ist eine UNESCO-Welterbestätte und besteht aus kopfsteingepflasterten Gassen, die von kleinen Bars und Geschäften gesäumt werden. Wir setzten uns in eine kleine Bar für eine heiße Schokolade und ein Stück Kuchen – und um etwas Ruhe vor dem Wind zu haben, der uns den ganzen Abstieg vom Palast herunter begleitet hatte.

Die beiden Musiker, die draußen sangen und Gitarre spielten, verstärkten noch die Ausstrahlung dieser Stadt, die mit ihren Hügeln, Wäldern und glitzernden Palästen das perfekte portugiesische Märchen ist!

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Tag drei war Cascais gewidmet. Dieses Fischerstädtchen ist rund eine Stunde von Lissabon entfernt und zieht mit seinen goldenen Stränden Touristen und Surfer an. Ich würde gerne mehr über die Stadt und ihre Strände erzählen, doch wir suchten, sobald wir aus dem Zug gestiegen waren, sofort nach einer Möglichkeit, um zum Cabo da Roca zu gelangen, eines der Highlights unseres Portugaltrips. Von Cascais aus kann man das Cabo da Roca mit einer zwanzigminütigen Busfahrt erreichen. Es ist keineswegs billig, schien uns aber der beste und wohl auch einzige Weg zu sein, um dorthin zu gelangen. Der Bus hält sehr nah am Aussichtspunkt, und man muss keinen Eintritt oder sonst irgendwas zahlen, um diesen wilden Ort genießen zu können.

Cabo da Roca befindet sich innerhalb des Sintra-Cascais-Nationalparks, es ist der westlichste Punkt des portugiesischen Festlands und auch der westlichste Punkt Europas. Seine Lage (38°47′N 9°30′W / 38.783°N 9.500°W / 38.783; -9.500) ist in eine Steintafel an einem Denkmal eingraviert.

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Als ich aus dem Bus stieg, zog zunächst der Leuchtturm meine ganze Aufmerksamkeit auf sich, doch während ich näher heranging, bemerkte ich, dass um mich herum nur Natur war, der Ozean und die Klippen. Irgendwie erinnerte mich das an meine Zeit in Südafrika, als ich Kapstadt besuchte. Rund um das Cabo da Roca sind die Klippen mehr als hundert Meter hoch, sie zerschneiden den Ozean und den Horizont, die endlos erscheinen.

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Der Wind war extrem stark, und darauf waren wir nicht vorbereitet (Wenn ihr hinfahrt, nehmt sehr warme Sachen mit!), und so blieben wir nicht länger als eine Stunde. Und doch war es unvergesslich.

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Das Gefühl, frei zu sein, sich aber zur selben Zeit auch ein bisschen zu fürchten, war einzigartig. Wir gingen um das ganze Kap herum und fanden einen schönen und nicht ganz so windigen Ort auf einer Klippe, von dem aus wir die Aussicht genießen konnten. Ein Erlebnis, das man keinesfalls versäumen sollte.

Portugal wird niemals aufhören, mich zu faszinieren!

Übersetzung Englisch-Deutsch: Martin Krake

Credits

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Portugal 07 Portugal 07 Sara Marzorati CC BY-SA 4.0
Picture 06 Picture 06 Sara Marzorati CC BY-SA 4.0
Portugal 05 Portugal 05 Sara Marzorati CC BY-SA 4.0
Portugal 04 Portugal 04 Sara Marzorati CC BY-SA 4.0
Portugal 03 Portugal 03 Sara Marzorati CC BY-SA 4.0
Portugal 02 Portugal 02 Sara Marzorati CC BY-SA 4.0
Portugal 01 Portugal 01 Sara Marzorati CC BY-SA 4.0

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