Die Himmelsleiter – Johannes Huber

Lebenswelten

Passend zur Weihnachtszeit dürfen wir euch heute unser Gespräch mit dem Gynäkologen und Endokrinologen Prof. Johannes Huber anläßlich seines neuen Buches Die Himmelsleiter präsentieren.

Der Mensch ist in der Evolution das erste Wesen, das begriffen hat, dass es eine Intelligenz über seiner eigenen Existenz gibt. Seit Jahrtausenden versucht er, zu dieser Intelligenz Verbindungen herzustellen. Die Jakobsleiter des Alten Testaments, die im Katharinenkloster verfasst wurde, ist eines der frühesten Beispiele dafür.

Wenn man sich heute die öffentlich-rechtlichen Medien ansieht, dann wird man an Pilatus erinnert, der damals Jesus fragte: was ist eigentlich Wahrheit? Pilatus, der nicht vorhatte, Jesus zum Tode zu verurteilen, weil er dazu keinen rechtlichen Anlass fand, fragte das Volk zwei Mal – und beide Male forderte dieses Jesus‘ Tod. Auch heute ist die voyeuristische Masse so programmiert, dass wenn ein exponierter Mensch einen Fehler begeht, dann muss er hängen – Verzeihen gibt es nicht. Wenn ein kleines Land wie Österreich jeden intelligenten Menschen nach einem Fehler in die Wüste schickt, werden wir langfristig ein großes Problem bekommen.

Das Werk Transfiguration des italienischen Malers Raffael, der an einem Karfreitag verstarb, zeigt den Übergang Jesu von Menschen zu einer transzendenten Wesenheit. Das Licht als Symbol, findet sich bei allen Werken, die diesen Übergang beschreiben – denn Licht unterliegt nicht dem Zeitbegriff, ist somit (im Gegensatz zum menschlichen Gehirn) ewig, wie Huber in einer Zuspielung ausführt.

Hubers enger Freund Hugo Portisch, dessen Enkelkind er zur Welt brachte, meinte, dass das Jenseits nicht mit unserer Welt vergleichbar sein kann. Ein anderer Freund, Arik Brauer, der am Zentralfriedhof direkt neben Portisch liegt, ging im Gegensatz zu vielen anderen ganz offen mit seinem Tod um. In seinem Buch fordert Huber, dass jeder Mensch sich seiner Endlichkeit bewusst machen und sich nicht im Stress des alltäglichen Lebens verlieren sollte. Hierbei kann Meditation helfen.

Die Mantra Studie habe gezeigt, dass der Heilungsprozess von Menschen, die sich von schweren Krankheiten erholen, wesentlich besser verläuft, wenn diese gemeinsam Beten oder Meditation betreiben – und auch die Chance eines Rückfalls bzw einer Wiederholung des Vorfalls (Herzinfarkt) signifikant geringer ist. Ob man deshalb gesünder bleibt, weil man selbst betet, oder weil andere Menschen für einen beten, bleibt der eigenen Interpretation überlassen.

Warum Menschen trotz Pensionierung immer einen Sinn im Leben haben sollten, warum sich im Dauerstress des Lebens manchmal eine gewisse Soziophobie gegenüber Freunden entwickelt, warum Albert Einstein überzeugt war, dass die Zeit zwischen Geburt und Tod ein Konstrukt unseres Gehirns ist und warum es keine „richtige“ Religion gibt, wird ebenso besprochen, wie einige Publikumsfragen.

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