Eugen Bakumovski: Bewusste Berichterstattung oder verantwortungsvolle Nachrichten (Zukunftskonferenz 2021)

Der ehemalige Volleyballspieler Eugen Bakumovski, der 1980 in der Sowjetunion geboren wurde und mit 13 Jahren nach Deutschland gekommen ist, gibt in seinem Impulsvortrag einen Einblick, warum er die freie alternative Medienplattform veezee.tv gegründet hat.

Zuerst gibt er einen kurzen Abriss seiner erfolgreichen Sportlerkarriere, die er eigentlich 2010 beenden wollte, um Wirtschaftsmagnat zu werden. Der diesbezügliche Kontakt mit seinem Unternehmer-Onkel aus Moskau, der unter ständiger Bedrohung lebt, lässt ihn diesen Schritt aber verwerfen und weitere sechs Jahre als Volleyballer sein Geld verdienen.

Durch Zufall lernt er einige Zeit später Thorsten Schmid von Free Media Network (FMA) kennen und ist sehr angetan von dessen Idee eines über ein Kryptonetzwerk laufenden Streaming- bzw. Video on demand-Angebots für Medienmacher, auf dem sie nicht mundtot gemacht werden können. Im darauffolgenden Jahr ist das Livestreaming-Tool veezee.tv geboren.

In seinen weiteren Ausführungen geht Bakumovski auf die Funktion von Nachrichten, deren notwendige Unabhängigkeit, den Mangel-Mythos und die Notwendigkeit von Kooperation ein.

Nachrichten dienen ihm gemäß der Information, aber auch der Unterhaltung sowie der Warnung. Wichtig aber ist es, diese Inhalte stets zu hinterfragen, das Vertrauen in Internet und Fernsehen ist aber meist so groß, dass man glaubt, hier werde ausschließlich die Wahrheit transportiert. Er verweist auf eine Aussage George Orwells, wonach Journalismus bedeute, das zu veröffentlichen, was andere nicht veröffentlicht sehen möchten, alles andere sei Propaganda. Am Beispiel der Social Media Influencer stellt er dar, dass im Hintergrund Agenturen und Sponsoren von Leitmedien aktiv sind. Er betont, dass Medien von Menschen gemacht werden, die – wie wir alle – aus zwei Motiven handeln: einerseits soll Leid minimiert, andererseits die Vorteile maximiert werden. Aus seiner Sicht sind 80-90 % der Wünsche des Menschen von außen beeinflusst; die einzige Möglichkeit, glücklich zu sein, sei es, im Jetzt zu leben und der Dankbarkeit den nötigen Raum zu geben. Wesentlich ist auch der Diskurs aus These, Antithese und Synthese, der zuletzt auch im deutschsprachigen Raum stark gelitten hat.

Eine weitere große Herausforderung stellt der von ihm so bezeichnete „Mangel-Mythos“ dar. Dieser besage, dass es von allem zu wenig gebe, daher müsse jeder Einzelne besser als der andere sein und sich mehr als andere anstrengen, um erfolgreich zu sein und in Fülle leben zu können. Aber, so betont Bakumovski, es sei genug für alle da. Er verweist auf den Körper als Musterbeispiel dieser Fülle und stellt anhand des Zusammenwirkens von Zellen in einem Organismus die Wichtigkeit von Kooperation dar. Ein solches Miteinander ist seiner Meinung nach das Um und Auf eines guten Lebens.

Ein weiteres mal geht Bakumovski auf die Situation der Medienmacher ein. Berichtet werden könne nur, was und wie ein Medienschaffender wahrnimmt; Motiv und Absicht seien die Basis für jeden medialen Inhalt. In der aktuellen Situation standen die Inzidenzwerte und die daraus entstehende Panik eindeutig über den zur Beruhigung dienenden Präventionsmöglichkeiten. Auf diese Weise sei die Kultur des Zusammenlebens zusammengebrochen. Aber nicht allein die Medienmacher tragen Schuld, verantwortlich ist auch jeder Konsument. Jeder habe die Eigenverantwortung, an seiner Wahrnehmung zu arbeiten, nur dadurch entsteht „bunte Vielfalt statt grauer Suppe“. Veezee.tv wolle genau solche vielfältigen Inhalte produzieren: das Ziel sei es, ein Spiegel des Lebens zu sein, in dem alle Sichtweisen, Perspektiven und Wahrnehmungen ihren Platz haben. Und: Je mehr Menschen sich zeigen, desto mehr Menschen werden zusehen. Es gehe darum, das anzupacken, was man selbst verändern kann. Durch ein „Zusammenkommen“ und das Formulieren eines klaren Ziels, sei es möglich, das gesamte Potential aus Wille, Hirn, Erfahrung und Lösungen zu nutzen.

Abschließend zeigt Bakumovski den aktuellen veezee.tv-Imagefilm und gibt einen Überblick über die verschiedenen Zweige des Free Media Network.

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Eugen Bakumovski Wolfgang Müller 1

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