Max Schrems

Faire Digitalisierung – Max Schrems, Matthias Strolz und Claudia Gamon

Der aus seiner Klage gegen Facebook bekannte Datenschützer Max Schrems ist diesmal zu Gast im NEOS Lab. Datenschutz und Informationsfreiheit – die informationelle Umverteilung – seien für ihn die Eckpfeiler jeglicher Grundsatzprogramme und Politiken, die sich mit Digitalisierung beschäftigen. Im Bereich politische Partizipation sollen die digitalen Möglichkeiten ausgelotet werden, wobei Schrems im Vertrauen an eine faire, hackerfreie Abstimmung Probleme ortet. Diskussionswürdig sind beim Thema Wirtschaft die sich bildenden Monopolsysteme und deren Bekämpfung, um Konkurrenz wieder möglich zu machen.

Um mit der Digitalisierung umgehen zu können, bedarf es einer fundierten Grundausbildung in der Schule. Auch der Umgang mit Hatepostings und den Sozialen Medien im Allgemeinen könnte im Zuge eines solchen Unterrichtes behandelt werden.

In der folgenden Diskussionsrunde stellt die NEOS-Nationalratsabgeordnete Claudia Gamon fest, dass Digitalisierung keine Entwicklung der Zukunft sei, sondern dass wir heute schon darin und damit leben. Im Parlament sei das Thema praktisch nie richtig zur Diskussion gestanden, weil es als Nischenthema gesehen würde und man damit bestenfalls Angst schüren wollte. Rechtssicherheit müsse man zielorientiert regeln, vor allem bei Preisbildungen. Beispielsweise könnte man bei den Uber-Preisen Regelungen festlegen, aber dafür die Konzession nicht mehr an Gewerbescheine binden. Wichtig sei laut Schrems ein technologieneutraler Ansatz, um Probleme zu lösen. Abstrakte, logische Regelungen, die auch für künftige Apps und Streitfälle anwendbar seien, wären das optimale Ziel. Dies sei schwer zu erreichen, deshalb formuliere die Politik lieber die x-te Version des Überwachungspaketes.

Laut NEOS Clubchef Matthias Strolz würden künftig alle Schulbücher auch als Ebooks erhältlich sein, Wlan soll es 2020 an allen Schulen geben. Dies sei leider alles sehr später, aber besser spät als nie. Zwölf Länder der EU haben Coding bereits als Pflichtfach, dies sollte auch in Österreich eingeführt werden – vor allem wenn man bedenke, dass Jugendliche bis zu sieben Stunden täglich ihr Handy benutzen. Soziale und digitale Kompetenz seien die wichtigsten Grundkulturtechniken für ein erfolgreiches und friedvolles Miteinander der Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Weitere spannende Fragen und Antworten zum Thema Digitalisierung findet ihr im folgenden Video:

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Videobild-Diskussionsteilnehmer Videobild-Diskussionsteilnehmer Idealism Prevails CC BY-SA 4.0
Max Schrems Max Schrems Idealism Prevails CC BY-SA 4.0

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