Frieden muss man sich erarbeiten – Stephanie Fenkart

Gesellschaft

In der neuesten Ausgabe der Kitchen Talks begrüßt Moderatorin Yvonne Gaspar die Direktorin des International Institute For Peace (IIP), Mag. Stephanie Fenkart. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Südamerika entschied sich die Vorarlbergerin für die Studienrichtung Internationale Entwicklung, die nur in Wien angeboten wurde. Die transdisziplinäre Natur des Studiums brachte sie schließlich zum Thema Menschenrechte, zu dem sie ein Masterstudium abschloss. Seit dieser Zeit hat sich vor allem die Wahrnehmung der ökologischen Menschenrechte (Recht auf sauberes Wasser, intakte Umwelt etc) verbessert, vor allem durch die zunehmende Relevanz der Klimakrise.

Das Recht auf Schutz der Menschenwürde ist grundsätzlich Aufgabe des Staates. Die Zivilgesellschaft sollte auf mögliche Missstände hinweisen und prüfen, ob der Staat seinem Auftrag nachkommt. In Europa kann man sich auch an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wenden.

Nach ihrer Tätigkeit bei der Auslandshilfe Vorarlberg und bei Amnesty International in Wien wechselte sie zum IIP, wo sie seit 10 Jahren unterschiedliche Funktionen ausfüllte. Das IIP versteht sich als Plattform zwischen Zivilgesellschaft, Politik, Diplomatie, Militär und Wissenschaft, die sich mit bestehenden und nahenden Konflikten auseinandersetzt und einen Raum für Diskussion bieten will. Weiters versucht das Institut, die Menschen über ausländische Entwicklungen, die nicht in den Medien auftauchen, zu informieren und Diskussionsmöglichkeiten anzubieten. Am Westbalkan und in Istanbul hat das Institut bis vor Corona regelmäßig Summer Schools abgehalten. Im Folgenden geht Frau Fenkart auf die Finanzierung des Instituts ein, die in den nächsten Jahren problematisch werden könnte.

Die größte Expertise des IIP liegt am Westbalkan und in Osteuropa – dort gibt es auch viele Kooperationen. Auch im bereits erwähnten Abrüstungsbereich legt das Institut einen Schwerpunkt. Als Wiener Institut hat sich das Engagement am Westbalkan angeboten: sowohl historisch als auch kulturell gibt es viele Ähnlichkeiten. Auch liegt es in Österreichs ureigenstem Interesse, dass am Balkan Frieden herrscht. Die Eingliederung in die Europäische Union ist aus vielerlei Gründen baldigst umzusetzen.

Die NGO Committee for Peace ist eine Dachorganisation, die bei der UNO im Vienna International Center angesiedelt ist und aus unterschiedlichen friedenspolitischen Organisationen besteht, die sich zb mit Abrüstung und anderen Frieden schaffenden Maßnahmen beschäftigt. Fenkart ist dort im Direktorium beschäftigt. Im Folgenden erzählt sie, wie sie zum International Gender Champion ernannt wurde. Feminismus bedeutet für sie wesentlich mehr, als sich „nur“ für Frauenrechte einzusetzen: alle Menschen sollen gleiche Ausgangschance haben.

Die wissenschaftliche Arbeit des IIP, die Prof. Heinz Gärtner leitet, ist ebenso Thema dieses Gesprächs, wie die Definition von Frieden, die Schwierigkeit, Frieden zu schaffen und zu erhalten, warum es so schwierig ist, momentan über Frieden zu reden, ohne diffamiert zu werden, wie wichtig innerer Frieden ist und ob es möglich ist, eine Welt ohne Kriege zu schaffen.

Credits

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Stephanie Fenkart-YOUTUBE Wolfgang Müller 1

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