Hört ihr euer Gemüse denn nicht schreien?

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Eine Bekannte erzählte mir vor Kurzem von einem empörenden Vorfall: Sie sei im Zoo gewesen, im Zwergschweinegehege. Die Kinder, die dort mit den unbekannten Tieren vertraut gemacht werden sollen, laufen vergnügt umher. Dabei quietschen sie entzückt, wie süß die Tiere doch seien, streicheln sie und wollen ihre Eltern auch dafür begeistern:

Schau, Mama, schau, Papa, sooo lieb!

Dabei halten sie einen Schnitzelburger in der Hand, von dem sie genussvoll abbeißen …

Ja, aber es war noch nicht das volle Ausmaß an Abscheulichkeit: Vor gar nicht langer Zeit war ich bei Freunden, die Vegetarier sind. Die haben uns gezeigt, wie sie ihre Blumen und Pflanzen am Balkon liebevollst hegen und pflegen, mit ihnen sprechen – und danach gab es doch tatsächlich Gemüseauflauf und Tomatensalat. Abartig!

Ich werde ab jetzt nur noch Fleisch essen von Tieren, die friedlich entschlafen sind, Obst, das vom Baum gefallen ist, also Frutarier und Aasesser werden. Pflanzen werde ich keine mehr verzehren, da ich diese aus dem Boden reißen bzw. der Mamapflanze die Leibesfrucht auf grausame Weise rauben müsste … Somit muss dann überhaupt keine arme Kreatur mehr leiden. Alles, was lebt, hat schließlich Gefühle – doch das ist vielen Menschen nicht klar.

Wir müssen noch viel mehr Mitgefühl entwickeln, viel sensibler werden. Zum Tierschutz hat sich der Pflanzenschutz zu gesellen. Welche Person ihre Topfpflanze nicht mehr betreuen will, weil sie keine Zeit mehr dafür hat, die wirft sie nicht in den Müll, sondern liefert sie doch bitte im Pflanzenheim ab, wo sich sicher bald eine liebevolle nächste Besitzende finden wird …

Ja ich weiß, viele sagen jetzt, das sei eine absurde Vorstellung: Pflanzen- und Tierwelt unterscheiden sich doch himmelweit voneinander … seien also etwas völlig anderes als die Darstellung, dass Menschen- und Tierwelt weit auseinander klaffen würden.

Aber ich sage euch, das ist nur Selbsttäuschung: Jede Zwiebel bringt einen zum Weinen. Und warum? Weil sie einfach nicht grausam ermordet, nicht verstümmelt werden will. Sie schreit um ihr Leben, eben auf ihre Art. Man muss nur genau hinhören und hinschauen. Lässt die Blume ihr armes Köpfchen nicht ganz traurig hängen, wenn es aus dem Boden gerissen wird?

Es ist traurig zu sehen, dass so viele unschuldige Pflanzenwesen in gigantischen Massen vertilgt werden, nur gezüchtet, um aufgefressen zu werden. Könnt ihr das wirklich verantworten? Lasst das Morden sein und schließt euch der Bewegung der frutarischen Aasesser an. Wir sind die Zukunft. Und irgendwann werden alle Menschen so viel Mitgefühl zur Schöpfung haben, dass sie keinem lebenden Wesen mehr etwas antun. Und nur noch mit dem Vorlieb nehmen, was runterfällt oder einfach von selbst tot umfällt (Menschen auch. Wir unterscheiden uns ja kein bisschen von übrigen Lebewesen, oder?)

Seht euch doch den Salatkopf mal genau an: Er wurde abgeschnitten! Geköpft! Das ist entsetzliches Unrecht, das ihm widerfährt … Ganze Getreidefelder schreien vor Angst, wenn der Mähdrescher kommt. Wir hören es nur nicht. Wir sind taub und blind für diese Angst und den von uns verursachten Schmerz. Weil uns ja ein Gemüseeintopf mit Maiskuchen so gut schmeckt.

Ja, lasst es euch nur schmecken, während euch der Lebenssaft der kaltgemachten Mitbewohnenden dieser Erde beim Mund runterläuft … !

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Naturaleza_muerta_de_tristeza_(7630159186) Naturaleza_muerta_de_tristeza_(7630159186) Matías Ávalos CC BY-SA 2.0