How to Baby Podcast: Babyzeichensprache

Lebenswelten

Dieser Podcast, in dem Petra Ruso mit der Mamalogin Simone Kostka über die Babyzeichensprache spricht, ist eine Zweitveröffentlichung eines Beitrags auf der Website des Projektes How to Baby der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsförderung GmbH.

Babyzeichensprache ist eine Kommunikationstechnik, die nicht nur die frühkindliche Sprachentwicklung fördert, sondern auch in erheblichem Maße die Bindung zwischen den Eltern und dem Kind vertieft.

Kinder, die in einem gehörlosen Umfeld aufwachsen, sehen ab dem Tag ihrer Geburt, wie Handzeichen zur Kommunikation innerhalb der Familienmitglieder verwendet werden. Sie können die Gesten nicht nur relativ bald verstehen, sondern setzen sie auf entzückend kindliche Weise bewusst ein, sodass sie schon um den ersten Geburtstag herum ihren Bezugspersonen durch Gebärden zu verstehen geben können, was sie brauchen und woran sie gerade denken.

Kinder, die in einem hörenden Umfeld aufwachsen, lernen zumeist ein paar einfache Gesten wie winken oder zuprosten, „leise“ oder „bitte“, aber eine echte Kommunikation bevor sie fähig sind, sich mit Worten auszudrücken, bleibt ihnen verwehrt. Das macht sie häufig unzufrieden, wenn sie nämlich schon in der Lage sind, Gedankengänge zu verfolgen, aber das Werkzeug „Sprechen“ in ihrem Kommunikationsrepertoire nicht ausgereift ist. Oft zeigen sie irgendwo hin, aber es mag manchmal nicht klar sein, worauf sie zeigen. Oder der Gegenstand wird erkannt, aber was das Baby damit machen möchte, können die Eltern nicht verstehen. Wie viel einfacher ist es in diesem Lebensabschnitt, wenn Kinder durch einfache, bewusst gezeigte Handbewegungen verständlich machen können, was sie brauchen.

Nachdem hörende Kinder sich auf feinmotorischer Ebene nicht anders entwickeln als hörbeeinträchtigte, spricht nichts dagegen, auch ihnen Gesten basierend auf der Gebärdensprache zu vermitteln, die sie begleitend zum Spracherwerb nutzen können, bis sie schließlich Worte benutzen, um sich auszudrücken. Auch zu einem Zeitpunkt, wenn Kinder schon Silben verwenden, wie beispielsweise „Ba“, sind Handbewegungen zur Unterstützung hilfreich für das Verständnis der Bezugspersonen, denn Ba kann Banane, „Baba!“ (Auf Wiedersehen in Wien und Umgebung), baden, Papa, bald oder anderes heißen. Mit einer entsprechenden Handbewegung zur Unterstützung ist der verbale Austausch babyleicht.

Während es immer wieder Eltern gibt, die befürchten, dass ihr Kind durch die Benutzung von Babyzeichen nicht sprechen lernen könnte, sehen wir genau den gegenteiligen Effekt bei Familien, die sich für gebärdengestützte Kommunikation mit ihrem Baby entscheiden. Das Baby macht frühzeitig Erfahrungen, die ihm Lust auf Sprechen und auf Kommunikation machen. Es hat Erfolgserlebnisse dadurch, dass es besser verstanden wird. Die Eltern fühlen sich kompetenter in ihrer Rolle, weil sie die Bedürfnisse ihres Kindes viel besser erkennen können. Und die Bindung zwischen Kind und Eltern, die sich vertieft durch feinfühliges Eingehen auf die Wünsche des Babys, kann durch das verbesserte Verständnis noch liebevoller unterstützt werden.

Weiterführende Informationen:

Zwergensprache

Babyzeichen – Basics

Bildrechte zum Beitragsbild: Zwergensprache Gmbh

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HowToBaby_Video Wolfgang Müller CC BY-SA 4.0
HTB – 001-DE-PC Wolfgang Müller Zwergensprache Gmbh
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