Eugen Drewermann: Schuld – Die Maxime unseres globalen Geldsystems

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Unsere Moderatorin Paula P’Cay traf den Theologen, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann in seiner Wahlheimat, der katholischen Hochburg Paderborn. Der mittlerweile 78-jährige spricht über die bürgerliche Selbstverständlichkeit anzunehmen, man habe Reichtum qua Geburt verdient, und über das Feigenblatt Menschenrechte, die in vielen Ländern (zB Libyen) mit Füßen getreten werden.

Ziel des Kapitalismus sei, die Menschen in Schuldknechtschaft zu treiben, um von ihrer Arbeitsleistung günstig profitieren zu können. Wenn Spekulanten mit Nahrungsmittelpreisen Milliarden verdienen, und durch die in die Höhe getriebenen Preise Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind, steht es für Drewermann außer Frage, dass dieses Wirtschaftssystem krank ist.

22 Millionen Kriegstote seit dem zweiten Weltkrieg, vor allem in Auseinandersetzungen, die von westlichen Mächten begonnen wurden, werden in der öffentlichen Diskussion kaum jemals erwähnt. Während man die 3000 Verkehrstoten pro Jahr in Deutschland unkommentiert annimmt, wird bei jedem der relativ wenigen Terrortoten von den Verantwortlichen und den Medien nach mehr Überwachung gerufen und oft übertriebener Aktionismus betrieben.

Für Drewermann ist jeder einzelne für die Handlungen, die er im Laufe seines Lebens setzt, verantwortlich. Nur beim Einzelnen könne Veränderung beginnen, um das Ruder für die Menschheit noch herumzureißen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Drewermann

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