Veränderungen der internationalen Politik

Anlass für den 21. Bürgersalon sind die massiven Veränderungen, wofür Trump, Brexit & Co. und die damit verbundene Welt verantwortlich zu sein scheinen. Es sei eine Welt, die “aus den Fugen gerät”, wie Ex-Finanzminister Hannes Androsch konstatierte. Der Moderator & Chefredakteur der Tageszeitung “Die Presse” Rainer Nowak fordert in einer ersten Runde von seinen Gästen einen individuellen Blick auf die aktuelle Lage der Weltpolitik:

Der Direktor der Diplomatischen Akademie Emil Brix findet in diesen tiefgreifenden Veränderungen sowohl positive als auch negative Entwicklungen. Europa müsse endlich ein “Player” und nicht nur ein “Payer” sein. Es müssten neue Regeln für die Globalisierung aufgestellt werden; die Großkonzerne würden eine immer wichtigere Rolle spielen und sollten langfristig auch seitens der Diplomatie Beachtung finden. Ein weiteres Thema, das sehr komplex zu sein scheint, sei die Krise des Liberalismus. Huntingtons “Clash of Civilizations” sei näher an der Wahrheit als Fukuyamas “Ende der Geschichte”. Wenn wir selbst unsere Werte nicht verteidigen würden, würde es niemand anderer für uns übernehmen.

Laut Mehmet Ferden Carikci – Botschafter der Türkei in Österreich – braucht Europa, sofern es eine geopolitisch mitbestimmende Rolle spielen möchte, die Türkei. Die Beitrittsverhandlungen sollten wieder aufgenommen werden, damit sich die Türkei mit Europa identifizieren könne und damit gemeinsame Positionen gegenüber Russland, den USA und dem Rest der Welt definiert werden könnten.

Der Iran erfülle alle Auflagen des Atomabkommens, so Aminollah Mirzaei, Botschaftsrat des Iran. Leider habe Präsident Trump diese Fortschritte nicht wahrgenommen. Nationalismen könnten die Konflikte der Welt nicht lösen, das gehe nur mit Zusammenarbeit. Falls das Völkerrecht ignoriert werde, würden daraus weitere Krisen erwachsen.

Im deutschsprachigen Raum sei der Hang zum Weltuntergang stark ausgeprägt, so Robert Leigh Turner, der Botschafter Großbritanniens. Der Brexit stelle zwar eine große Herausforderung dar, sei aber nicht die schlimmste Krise aller Zeiten – wie von manchen Medien behauptet. Turner ist Optimist: Er schaut in die Vergangenheit und stellt fest, dass es immer wieder Zeiten gab, in denen die Menschen dachten, die Welt gehe unter; doch neutral betrachtet gehe es uns heute besser denn je zuvor.

In den darauffolgenden Runden standen der Brexit, die Entwicklung der Europäischen Union, der Nahe Osten und andere weltbewegende Themen im Mittelpunkt. Auch das Publikum wurde – wie es beim Bürgersalon Usus ist – eingebunden.

Zu den Personen:
https://www.buergersalonwien.at/bisherige-termine/

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00_Titelbild_21-Bürgersalon Idealism Prevails CC BY-SA 4.0

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