Zukunftsintelligenz statt Zukunftsangst

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In dieser Online-Veranstaltung des BSA, die im Januar 2022 stattfand, diskutieren die Teilnehmer über die Notwendigkeit einer Re-Demokratisierung der Gesellschaft und sprechen sich für mehr „Phantasie“ in der Politik aus.

Zukunft ist ein gemeinsamer Möglichkeitsraum, den wir gestalten können, meint der Politologe Dr. Daniel Dettling, dessen Buch Zukunftsintelligenz statt Zukunftsangst titelgebend für diese Veranstaltung war. Die Coronapandemie hat gezeigt, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit oftmals ursächlich zusammenhängen. Die Jugendlichen, die während der Pandemie zu Gunsten des Schutzes der älteren Generation auf ihre Freiheiten verzichtet haben, fordern nun von Letzteren ein Umdenken in der ökologischen Frage ein. Dass man ein weltweites Problem gemeinsam lösen kann, habe die Entwicklung des Impfstoffes gezeigt.

Die wichtigste Zukunftsfrage für den Ökonomen Univ.-Prof. Dr. Walter Ötsch ist jene der Umwelt bzw des Klimas. Hier könne man einerseits mit Angst arbeiten, oder aber mit Hoffnung. Wichtig wird es sein, die Balance zwischen beidem zu halten. Damit etwas Neues entstehen könne, muss etwas altes Sterben. Der Neoliberalismus, den Ötsch als ursächlich für die 5 Jahrzehnte verlorener Umweltpolitik sieht, muss durch neue politische Konzepte überwunden werden. Die Pandemie hat gezeigt, dass die alten Ausreden effektiv widerlegt wurden: Geld ist genug da, politische Entscheidungen können mit genügend Willen auch kurzfristig getroffen werden, und Länder haben trotz Wettbewerbsnachteilen diverse Einschränkungen akzeptiert.

Für Politologin und Journalistin Mag. Nina Horaczek, die gemeinsam mit Walter Ötsch das Buch Wir wollen unsere Zukunft zurück verfasste, steht die Menschheit vor der Entscheidung, dem Beispiel der Dinosaurier zu folgen, oder sich endlich gemeinsam durchzuringen, um unseren Planeten für alle Menschen zu erhalten. Globale Umweltbewegungen, die von der Jugend initiiert wurden und immer mehr Zulauf erhalten, sind ein erster und ermutigender Schritt in die richtige Richtung. Die seit den 70ern wesentlich verbesserte Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen führt auch dazu, dass Letzteren mehr Gehör gegeben wird, als früher. Während der Pandemie wurden auch diverse andere Problembereiche offengelegt: sei es der Pflegenotstand, die Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich, oder auch die Korruption in der Politik. Viele Menschen haben nur erkannt, dass es großer Veränderungen bedarf.

Im Verlauf der weiteren Diskussion werden anthropologische Grundsätze ebenso behandelt, wie die Notwendigkeit eines neuen Generationenvertrages, die Hoffnung der Jugend weltweit auf Re-Demokratisierung und damit verbunden auf einen aktiven Kampf gegen den Klimawandel, die Re-Definition des Freiheitsbegriffes durch das deutsche Verfassungsgericht, Chancen und Risken der Digitalisierung und vieles mehr.

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Zukunftsintelligenz statt Zukunftsangst Wolfgang Müller 1

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