Babyzeichensprache und Hirngerechtes Lernen – Simone Kostka

Gesellschaft

Nachdem wir vor Kurzem bei der Buchpräsentation ihres neues Werkes Lernen können, lernen wollen dabei sein durften, konnten wir die Bildungspädagogin Simone Kostka für eine Folge von Reiner Wein mit Michael Winkler gewinnen.

Während ihres Jobs in der Kongressorganisation, der wöchentlich zwischen 80 und 100 Stunden verschlang, musste sie sich irgendwann entscheiden, ob Kinder oder Karriere Vorrang hatten. Sie entschied sich für ihre beiden Kinder, schlug den zweiten Bildungsweg ein und studierte Pädagogik – mit dem Ziel, anderen Familien vor allem in den „Babyjahren“ zu helfen.

Sie machte sich selbständig; ihre angebotenen Kurse, bei der sie den Eltern u.a. die Babyzeichensprache (die auf der Gebärdensprache basiert) vermittelte, füllten sich rasch; denn sowohl für das Baby als auch für die Eltern ist es von großem Vorteil, wenn die Wünsche des Babys zeitnah erkannt werden. Diese Form nonverbaler Kommunikation führt oftmals auch dazu, dass Kinder früher sprechen lernen, da sie die Freude an Kommunikation schon sehr früh kennenlernen.

Wenn den Eltern auffällt, dass ihr Kind etwas nicht macht, was andere Kinder in diesem Alter üblicherweise machen, dann sollte man das Kind dabei unterstützen und gleichzeitig versuchen, die Ursache für die Abneigung herauszufinden. Denn unser Schulsystem erwartet eine gewisse Grundlage, auf die die schulische Ausbildung aufbauen kann. Ein Kind soll zwar möglichst ohne Vergleiche mit anderen Kindern und mit wenig Zeitdruck aufwachsen; andererseits erkennt man sehr oft aus Vergleichen mit Gleichaltrigen, wo das Kind möglicherweise Unterstützung seitens der Eltern oder von Pädagogen benötigt.

15 bis 20 Prozent aller Menschen denken nicht in Sprache, sondern in Bildern. Diese haben oft das Problem, ihre Bilder auf abstrakte Zahlen oder Buchstabensymbole umzulegen und sich auf gewisse Aufgaben zu fokussieren, wodurch viele Flüchtigkeitsfehler passieren. Auf die Lehrer wirken solche Kinder als unkonzentriert oder leicht ablenkbar; da sie in ihrer pädagogischen Ausbildung auf diese Thematik nicht vorbereitet werden, fehlen ihnen zumeist die Mittel, um richtig mit diesen Kindern umzugehen.

Da jeder Mensch ein dominantes Auge hat (wie man dies feststellt, erklärt Kostka im späteren Verlauf des Interviews), kann der richtige bzw falsche Sitzplatz in der Schule die Schulnoten um einen ganzen Grad beeinflussen. Denn alles, was im Bereich des dominanten Auges liegt, wird stärker wahrgenommen als der Rest des Blickfeldes.

Hirngerechter Unterricht, Förderung der Stärken des Kindes aber auch übertriebenes Verständnis für die Schwächen des Kindes, Förderung des eigenständigen Denkens und der Eigenverantwortung anstatt ständiges auswendig lernen und viele interessante Publikumsfragen sind weitere Themen dieses Gesprächs.

Credits

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RW – Simone Kostka-YOUTUBE-IPHP Wolfgang Müller 1

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