Nadia Danneberg im Gespräch mit Dr. Hans-Joachim Maaz: Friedensfähigkeit und Kriegslust

Gesellschaft

Ich spreche mit Hans-Joachim Maaz, einem Psychiater und Psychotherapeuten, über sein neues Buch „Friedensfähigkeit und Kriegslust“. Insbesondere die großen Bauerndemonstrationen in Deutschland bereiten Sorge. In der Diskussion frage ich Hans Joachim Maaz, der in der DDR geboren wurde, wie er diese Umbrüche wahrnimmt, wie er sie als Psychotherapeut einordnet und ob wir diese Konflikte überwinden können. Sind wir als Gesellschaft wirklich friedensfähig?

Die letzten drei Jahre waren für viele Menschen äußerst schwerwiegend und traumatisierend, vor allem aufgrund von Isolation, Lockdowns und der Impfpflicht, die das psychosoziale Immunsystem massiv geschwächt haben. Angst wurde zu einem mächtigen Werkzeug.

Um das Angstniveau hochzuhalten, müssen den Menschen Dinge genommen werden können – sei es ihre Gesundheit, ihre Würde, ihre Freiheit, ihre soziale Anerkennung, oder sogar ihr Vermögen, Job oder Existenz. Wenn nichts außer dem nackten Überleben bleibt, verlieren sie auch ihre Angst. Anders ausgedrückt: Wer alles verliert – Geld, Ansehen, Würde, Freiheit – hat nichts mehr zu verlieren außer dem bloßen Überleben. Das kann zu Unruhen und Bürgerkriegen führen. Waren die Unruhen in Deutschland erst der Anfang oder schon das Ende? Wie geht es weiter? Ein Kulturkampf zwischen Links und Rechts, zwischen „Gut und Böse“ sowie Arm und Reich ist entbrannt, so dass ein kultureller Konflikt in verschiedenen Dimensionen, wie politischer Orientierung und sozialer Ungleichheit, ausgebrochen ist.

Wir diskutieren über Paradoxien, Pathokratien, Psychopathien und Normopathien. Hans-Joachim Maaz erklärt die Psychodynamik, die hinter dieser krankhaften Entwicklung steht. Auch er kann nicht vorhersagen, was uns bevorsteht, gibt jedoch viele Anregungen, um die Dynamik und Zusammenhänge zu verstehen.

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IP – Dr. Hans-Joachim Maaz-DE-IPHP Wolfgang Müller CC BY SA 4.0