Vom Trauma zum Wandelstern – Bernadette Kohlweis

Soziales

Die diplomierte Sozialbetreuerin Bernadette Kohlweis ist unser heutiger Gast bei Reiner Wein und Michael Winkler. Sie erzählt zu Beginn, wie sie zu ihren zahlreichen Bildungs- und Berufserfahrungen gekommen ist: ob im Kinderbetreuungsbereich, mit alten und demenzkranken Menschen oder mit Flüchtlingen. 2021 gründete sie die gemeinnützige Organisation Wandelstern.

Bei der Geburt ihrer Tochter entschied sie sich für einen Wunschkaiserschnitt. Die Auswirkungen davon verhinderten, dass sie ein weiteres Kind erfolgreich austragen konnte, wie sie im Folgenden ausführlich schildert. Dieses traumatische Ereignis, das sie auch fast ihr eigenes Leben kostete, führte sie dazu, sich zur psychologischen Beraterin ausbilden zu lassen, um künftig Frauen in der Schwangerschaft unterstützend zu begleiten. Vor allem der totale Kontrollverlust macht vielen Frauen zu schaffen.

Ihre enge Beziehung zu ihrer Tochter war es, die sie in der Zeit am Leben hielt. Selbst ohne Mutter aufgewachsen, wollte sie ihrer Tochter dieses Schicksal nicht antun. Auch ihr Mann und dessen Verwandte haben sehr viel auf sich genommen, um ihr in dieser schweren Zeit zu helfen.

Da sie bei staatlichen Stellen, die bei Kindsverlust unterstützen sollten, keine Hilfe erfuhr, entschloss sie sich, einen Verein zu gründen, der sich mit diesem, aber auch anderen wichtigen Themen für Mütter und Familien (zB Kinderwunsch) auseinandersetzt. Im März 2022 wurde sie dafür von der Landesregierung Kärnten ausgezeichnet.

Auch privat ging es wieder bergauf. Im September 2020 kam ihr Sohn Simon auf die Welt – auch diesmal wieder unter schwierigen Bedingungen (Kaiserschnitt, Pandemie etc).

Dass es wichtig ist, dass Mütter mit ihren Kindern schon vor der Geburt ständig sprechen, warum sie immer neue Ausbildungen anstrebt, wie sich der Verein Wandelstern entwickelt und warum ehrenamtliche Tätigkeiten einen großen Aufschwung erleben sind weitere Themen dieses Gesprächs.

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Bernadette Kohlweis-YOUTUBE Wolfgang Müller 1

Diskussion (2 Kommentare)

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  1. Ich möchte mich bei Bernadette Kohlweis für ihren sehr offenen,emotionalen & ehrlichen „Schicksals-Bericht“ bedanken! Als selbst Betroffene eines Sternenkindes (vor bereits 28 Jahren) hatte ich damals keinerlei Hilfestellung, in dieser für mich sehr schwierigen Ausnahme-Situation! Es gab damals noch keine Selbsthilfegruppe oder „Verein Wandelstern“ für „Sternenkind- Eltern“, das hätte mir-uns- sicherlich sehr helfen können. Ich fühlte mich damals mit meinem seelischen Schmerz total alleine gelassen & hilflos! Da ich meinen Kindsverlust im September mit mir alleine „er“-„tragen“ musste,mein Mann & meine Familie damals überfordert waren,ich als Lehrerin zu Schulbeginn nicht in den Krankenstand gehen konnte und mein Schicksal somit „verdrängt“ habe, musste ich darauf im Jänner von einem Gewächs am Siebbein operiert werden! Ich bin mir sicher, dass mir dieses Gewächs, durch das Verdrängen meines Schicksals entstanden war!
    Danke auch dem Journalisten Michael Winkler für die sehr empathische und sensible Gesprächs-Führung!

    1. Liebe Ulrike !

      Es tut gut, wenn meine Arbeit wertschätzend wahrgenommen wird! Bernadette Kohlweis hat unglaublich mein Herz berührt mit ihrem Interview für unseren Sender und ich freue mich, wenn es eine Änderung in unserer Gesellschaft , mit diesem Thema umzugehen, bewirkt ! Michael Winkler