Was wird bei den US midterm elections am 3. November passieren?
In der aktuellen Ausgabe unseres Podcastformats „Darüber sollten wir reden“ analysieren wir was bei den US midterm elections am 3. November passieren wird.
Bei den Zwischenwahlen 2026 in den USA werden alle Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses und 35 von 100 Senatoren neu gewählt. Zudem werden in 36 von 50 Bundesstaaten die Gouverneure und in zahlreichen Bundesstaaten die lokalen Abgeordneten & Senatoren neu gewählt.
Traditionell sind die midterm elections vor allem auch eine Abstimmung über die (Un)Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Politik des jeweils amtierenden US-Präsidenten.
Nach dem Wahlsieg Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024 gegen Kamala Harris war allgemein erwartet worden, dass die Demokraten bei den Senatswahlen 2026 kaum Chancen haben würden die Mehrheit im Senat zu erringen, da die Republikaner zahlreiche Senatssitze zu verteidigen haben in denen Trump 2024 mit über 10% vor Kamala Harris gelegen ist.
Doch die desaströse Politik Trumps (steigende (Benzin)Preise, Inflation, Zölle, persönliche Bereicherung) und der Bruch zahlreicher Wahlversprechen (vor allem „no new wars“ & die Veröffentlichung der Epstein files) haben dazu geführt, dass die Demokraten bei den Senatswahlen nun in zahlreichen Bundesstaaten favorisiert sind in denen die Republikaner in den letzten Jahren und Jahrzehnten kaum eine Wahl verloren haben.
Die größte mediale Aufmerksamkeit liegt dabei auf Texas, einem Bundesstaat in dem die Demokraten seit 1988 keine Senatswahl mehr gewonnen haben. James Talarico, der demokratische Kandidat, liegt in Texas seit Monaten konstant vor seinem republikanischen Kontrahenten Ken Paxton, der in Texas äußerst unbeliebt ist. Die Deportation unzähliger unbescholtener Latinos hat dazu geführt, dass zahlreiche Latinos in Texas, die etwa 25% der Wähler in Texas ausmachen und die 2024 in erstaunlich hoher Zahl Trump das Vertrauen geschenkt haben, nun wieder für die Demokraten stimmen werden. Nicht zuletzt deshalb ist für uns klar, dass James Talarico die Senatswahl in Texas gewinnen wird.
In Maine ist bei den Senatswahlen die republikanische Amtsinhaberin Susan Collins, die diesen Sitz seit 30 Jahren innehat, und die eine old school Republikanerin ist, gefährdet. Da die Unzufriedenheit mit den Republikanern auch in Maine gestiegen ist dürfte 2026 das Jahr sein in dem Susan Collins in den politischen Ruhestand geschickt wird.
In Ohio ist mit dem langjährigen demokratischen Senator Sherrod Brown ein lokales Schwergewicht am Stimmzettel, der – und da legen wir uns fest – diesen Sitz für die Demokraten erobern wird.
In Georgia stellt sich mit Jon Osoff einer der kommenden Stars der demokratischen Partei der Senatswahl. Wir sind uns sicher, dass Osoff, der diesen Sitz seit 2020 inne hat, einen deutlischen Wahlsieg erreichen wird. In North Carolina wird der Demokrat Roy Cooper die Senatswahl klar gewinnen & die Republikaner verlieren damit einen wichtigen Sitz. In Michigan werden die Demokraten Ihren Senatssitz trotz innerparteilicher Turbulenzen verteidigen u.a. auch weil sich Barack Obama vor Ort für den Demokraten Abdul El-Sayed eingesetzt hat.
In Alaska, einem weiteren Bundesstaat in dem die Republikaner dominieren, gibt es ein enges Rennen zwischen dem republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan und der Demokratin Mary Peltola. In Alaska wird das ranked choice voting Verfahren verwendet, das heißt die Bürger haben die Möglichkeit die von Ihnen präferierten Kandidaten zu reihen. Um republikanische Wähler zu verwirren dürfte die Peltola Kampagne aktiv & erfolgreich nach einem weiteren Kandidaten gesucht haben, der ebenfalls Dan Sullivan heißt (und nun auch am Stimmzettel steht). Dieser politische Skandal könnte Peltola am Schluss entscheidende Stimmen kosten…
In Kansas bahnt sich eine politische Sensation an. Pastor Adam Hamilton, der für die Demokraten kandidiert, ist drauf und dran diese Senatswahl für die Demokraten zu gewinnen. Damit wäre er der erste demokratische Senator in Kansas seit 1932.
Neben diesen Bundesstaaten haben die Demokraten zudem auch reelle Chancen u.a. die Senatswahlen in Iowa, South Carolina und Nebraska zu gewinnen.
Wir prognostozieren daher, dass die Demokraten die US midterm elections 2026 für das Abgeordnetenhaus, den Senat & zahlreiche Gouverneursämter deutlich gewinnen und damit Donald Trump & den Republikanern eine historische Niederlage zufügen werden.
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DSWR – US midterm election-DE-IPHP | Wolfgang Müller | CC BY SA 4.0 |


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